Schulpolitik

Schulministerin Gebauer will Islamunterricht in NRW ausbauen

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Foto: Christophe Gateau

Düsseldorf.  Schulministerin Gebauer hält die Einführung des Islamunterrichts vor sechs Jahren für einen „richtigen Schritt“ – und will das Angebot ausbauen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist zufrieden mit der Entwicklung des islamischen Religionsunterrichts. Dessen Einführung vor sechs Jahren sei ein „richtiger Schritt“ gewesen, sagte die Ministerin im Schulausschuss des Landtags. Nun gelte es, dieses Unterrichts-Angebot „auf eine breitere Basis zu stellen“, denn die Nachfrage sei riesig und das Angebot zu klein.

Die Entwicklung des Islamunterrichts in NRW wird überschattet durch Reibereien zwischen der Landespolitik und muslimischen Verbänden, die in einem Beirat für diesen Unterricht sitzen. Das Verhältnis zum größten Islamverband Ditib ist wegen der engen Verflechtungen mit dem türkischen Staat schwierig, so Gebauer. Die Beirats-Mitgliedschaft von Ditib ruht.

„Ich erwarte einen Beitrag der Verbände. Sie dürfen den islamischen Religionsunterricht nicht gefährden“, warnte Gebauer. Es müsse nun geklärt werden, wie es mit dem Islamunterricht in einem Jahr, wenn die gesetzliche Grundlage dafür endet, weitergehen soll.

22.000 Schüler im Islamunterricht in NRW

Von den 415.000 muslimischen Schülern in NRW nehmen 22.000 am bekenntnisorientierten Islamunterricht teil. Angeboten wird er an rund 250 Schulen. Die meisten Eltern, Schüler und Lehrer sind mit diesem Angebot laut einer Studie des Zentrums für Türkeistudien zufrieden. Gebauer stellte am Mittwoch auch den Schul-Haushaltsplan für 2019 vor. Der Zuwachs gegenüber 2018 liegt bei 750 Millionen Euro. Rund 1000 Lehrer-Stellen würden in NRW neu geschaffen.

Haci Halil Uslucan vom Zentrum für Türkeistudien berichtete von der Unzufriedenheit vieler Lehrer mit den Schulbüchern für den islamischen Religionsunterricht. Die Pädagogen müssten ständig improvisieren, weil es zu wenige Unterrichtsmaterialien gebe. Ministerin Gebauer glaubt, dass der Religionsunterricht zur „Identitätsstärkung“ der muslimischen Schüler beitrage.

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