Schule

NRW ist Schlusslicht bei Ausgaben pro Schüler

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verweist bei den Kosten für die Schulen auf einen bereits gestiegenen Haushalt.“Diesen Weg werden wir weiter gehen", sagte sie.

Foto: Kai Kitschenberg

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verweist bei den Kosten für die Schulen auf einen bereits gestiegenen Haushalt.“Diesen Weg werden wir weiter gehen", sagte sie.

Essen.   Das Land gab 2015 nur 6000 Euro pro Schüler aus – weit weniger als der Bundesdurchschnitt. Die Schulministerin verweist auf steigende Ausgaben.

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Bei den Ausgaben für Schüler lag NRW im Jahr 2015 im bundesweiten Vergleich an letzter Stelle. Nach Angaben des Statistische Bundesamts wurden in NRW im Durchschnitt 6000 Euro je Schüler aufgewendet. Das lag deutlich unter dem Bundesschnitt von 6900 Euro. Zum Vergleich: Baden-Württemberg gab in dem Jahr 6800 Euro für jeden Schüler aus, Sachsen-Anhalt 7400 Euro, Bayern 7800 Euro und Thüringen sogar 8300 Euro.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verwies auf steigende Ausgaben des Landes für die Bildung: „In den nächsten fünf Jahren fließen aus verschiedenen Töpfen insgesamt über sechs Milliarden Euro an die Kommunen für Schulinvestitionen“, sagte sie unserer Redaktion.

NRW am Ende der Tabelle

Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die Ausgaben pro Schüler im Bundesdurchschnitt um 200 Euro. Das ist die gute Nachricht, die sich aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes herauslesen lässt. Für NRW zeigt sich aber, dass kein anderes Bundesland weniger Geld für seine Schüler ausgab. Mit 6000 Euro pro Kopf ist NRW erneut am Ende der Tabelle zu finden.

Für die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist dies ein Anlass, erneut höhere Anstrengungen zu fordern: „Wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft. NRW kann es sich nicht leisten, hier zu sparen“, sagt VBE-Landesvorsitzender Stefan Behlau. „Wir fordern höhere Ausgaben pro Schüler, flächendeckende Schulsozialarbeit und echte Maßnahmen gegen Lehrermangel“, betont Behlau.

Die Zahlen beziehen die Personalausgaben für Schulen und Schulverwaltungen, den Sachaufwand und die Investitionskosten ein. Dabei wurde der größte Teil der Mittel für das Personal aufgewendet. Im Bundesdurchschnitt waren es 5600 Euro je Schüler. Für Unterhalt der Gebäude und Lehrmittel gaben die Länder im Schnitt 900 Euro aus, für Baumaßnahmen und Investitionen 400 Euro.

Land hat den Schul-Etat gesteigert

Bei dem Ausgabenvergleich zwischen den Bundesländern sei jedoch zu beachten, dass sich die Schulstruktur und das Unterrichtsangebot in den Ländern unterscheiden, merken die Statistiker an. Zum Beispiel bei der Verbreitung der Ganztagsbetreuung, der Pflichtstundenzahl, der Klassengröße, der Lehrerbesoldung sowie der Bewirtschaftung der Schulgebäude. VBE-Chef Behlau: „Wir erkennen durchaus die Anstrengungen der neuen Landesregierung an. Aber da ist noch Luft nach oben.“

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verweist bei den niedrigen Bildungsausgaben auf die rot-grüne Vorgängerregierung und betont: „Bereits mit dem diesjährigen Haushalt konnte der Schuletat auf über 18 Milliarden Euro gesteigert werden.“ Der Schuletat 2015, auf den sich der aktuelle Vergleich bezieht, hatte dagegen nur ein Volumen von 16,2 Milliarden Euro, so Gebauer. Die Ministerin sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht. Die Länder warteten dringend auf Investitionen für den Ganztagsausbau und die Digitalisierung. „Hier hat der Bund Mittel in Aussicht gestellt, die jetzt auch fließen müssen.“

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