Tihange und Doel

NRW-Ministerpräsident verteidigt Atom-Mission

Das umstrittene Atomkraftwerk Tihange läuft noch bis 2025.

Das umstrittene Atomkraftwerk Tihange läuft noch bis 2025.

Foto: Oliver Berg

Düsseldorf.  NRW-Ministerpräsident hat in Belgien das Abschalten der Pannen-AKW gefordert. Erfolglos. Die SPD wirft ihm „diplomatischen Dilettantismus“ vor.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sein erfolgloses Werben um die Abschaltung der belgischen Atomreaktoren Tihange und Doel bei einer Brüssel-Reise gegen Kritik verteidigt. „Ich werde noch zehnmal dahin fahren und vor jeder Reise sagen: Ich will, dass Tihange abgeschaltet wird“, sagte Laschet am Donnerstag im Landtag.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte, dass Belgien im Nachgang zu Laschets Reise immerhin die Bereitschaft erklärt habe, künftig bei Pannen in seinen bis 2025 laufenden Atomkraftwerken nicht mehr nur die Bundesregierung, sondern auch NRW als direkten Nachbarn zu informieren.

Grüne kritisieren Laschet

SPD-Fraktionschef Norbert Römer hatte dem Ministerpräsidenten dagegen „diplomatischen Dilettantismus“ vorgeworfen, weil dieser den Eindruck vermittelt habe, man könne die belgische Regierung zum vorzeitigen Ausstieg aus der Atomkraft bewegen und ersatzweise Braunkohle-Strom aus NRW über die Grenze liefern. „Er hatte keinen Plan, keine Strategie und keinen Lösungsvorschlag, der für die belgische Seite auch nur diskussionswürdig gewesen wäre“, kritisierte Römer.

Grünen-Fraktionschefin Monika Düker bemängelte, Laschet habe die Atomängste in der Aachener Grenzregion mit seiner öffentlichen Brüssel-Tour für „Aufschneiderei“ missbraucht.

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