Kabinettsposten

Angela Merkel sorgt wieder für mehr Spannung in der CDU

Mit Jens Spahn hat Angela Merkel einen ihrer stärksten Kritiker für das Amt des Gesundheitsministers ausgesucht.

Foto: AXEL SCHMIDT / REUTERS

Mit Jens Spahn hat Angela Merkel einen ihrer stärksten Kritiker für das Amt des Gesundheitsministers ausgesucht.

Berlin  Angela Merkel sorgt mit ihren Personalentscheidung für Spannung in der CDU. Das gilt für Minister- und Parteiposten.

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Und sie bewegt sich doch. Angela Merkel, der Kritiker nachsagen, dass sie wie Helmut Kohl Dinge gerne aussitzt, hat binnen weniger Tage gleich zwei wichtige Richtungsentscheidungen getroffen.

Mit der künftigen Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sie die quälende Frage nach der Amtsnachfolge beantwortet und den männlichen CDU-Granden eine Schwester im Geiste vor die Nase gesetzt. Und mit der Berufung ihres härtesten Kritikers Jens Spahn gibt die Kanzlerin den Merkel-Gegnern Raum für Profilierung. Auch das ist taktisch geschickt. Denn für Spahn ist der Höllenjob am Kabinettstisch reserviert.

Ministerentscheidung eröffnet Kampf um Merkels Nachfolge

Pflegenotstand, Kassenkrise, Ärzteflucht: Damit wird Jens Spahn künftig zu kämpfen haben. Dazu hat er die mächtigsten Lobbygruppen aus Ärzteschaft und Pharmaindustrie im Genick, die alle an die Milliarden-Töpfe drängen. Das Amt hat schon die Erfahrensten zerrieben, Ulla Schmidt könnte ein Lied davon singen. Merkels Kalkül: Da bleibt wenig Zeit für Macht-Ränkespiele, und die Gefahr des Scheiterns ist groß.

Aber Spahn ist aus hartem Holz und die Gesundheitspolitik sein Steckenpferd – die Chancen stehen also gut, dass es ihm gelingt, den Zweikampf mit Merkels Kronprinzessin aufzunehmen. Dabei geht es um die Frage: Wer ist der chancenreichste Kanzlerkandidat der Union 2021? Und da prallen mit „AKK“ und Spahn zwei Welten aufeinander.

Katholische Funktionärin gegen bekennenden Homosexuellen

Die erfahrene Mehrfachministerin vom Land mit Familie, überzeugte Sozialpolitikerin und Funktionärin bei den Katholiken. Auf der anderen Seite der Nachwuchsstar, bekennend homosexuell, der auch etwas weiter rechts noch gut ankommt.

Dieser Richtungskampf könnte tatsächlich spannend werden und wieder Feuer in die CDU bringen, das viele – nicht nur in der Partei – schon länger vermissen.

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