Fachkräftemangel

Minister Spahn will mehr ausländische Pflegekräfte anwerben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will beim Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege auch auf Zuwanderung aus dem EU-Ausland setzen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will beim Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Pflege auch auf Zuwanderung aus dem EU-Ausland setzen.

Foto: Imago

Duisburg.   40.000 Stellen in der Pflege sind unbesetzt. Bundesgesundheitsminister plant neue Abkommen, um Fachkräfte anzuwerben – etwa mit dem Kosovo.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, noch in diesem Jahr mit zwei bis drei Ländern außerhalb der EU Kooperationen über die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte schließen zu wollen. „Es geht mir nur um Länder, die selbst noch einen Überschuss an jungen Leuten haben“, sagte der Minister vor 350 Gästen beim Unternehmertag in Duisburg. Beispielhaft für Partner für mögliche Abkommen nannte Spahn den Kosovo, die Philippinen und Vietnam. „Die Tage saß auch die First Lady von Namibia vor mir, die für ihr Land geworben hat.“ Lebenspartnerin des namibischen Staatspräsidenten heißt Monica Geingos.

Zuwanderung sei ein Weg, um den in Deutschland akuten Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen. 2018 fehlten rund 40.000 Fachkräfte vor allem in der Altenpflege. Ziel müsse sei, dass Fachkräfte in den jeweiligen Ländern nach deutschen Standards geschult oder in Deutschland nachgeschult werden müssen. Spahn will zudem erreichen, dass die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschleunigt würde.

„Gesundheitskarte wie der Berliner Flughafen“

Bei dem Vortrag, zu dem der Unternehmerverband Spahn nach Duisburg eingeladen hatte, unterstrich der Minister, dass Politik wieder das Vertrauen der Menschen in Deutschland zurückgewinnen müsse. Dazu brauche es bessere Debatten, konkrete Entscheidungen und langfristige Pläne statt kurzfristige Vorhaben.

Als Beispiel nannte er die schleichende Digitalisierung in der Gesundheitsbranche. Im Interview mit der WAZ verglich Spahn die vor 14 Jahren angekündigte elektronische Gesundheitskarte mit dem Berliner Flughafen. „Das ist ein Problem, das über das Gesundheitswesen hinausreicht. Es führt zu einem Verlust an Vertrauen in Politik und Verwaltung“, so Spahn.

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