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Magazin „Kontraste“ erhebt Vorwürfe gegen SPD-Chefin Esken

Saskia Esken ist die neue Chefin der SPD. Ehemalige Mitarbeiter erheben im ARD-Magazin „Kontraste“ Vorwürfe gegen ihre Führungsqualitäten.

Saskia Esken ist die neue Chefin der SPD. Ehemalige Mitarbeiter erheben im ARD-Magazin „Kontraste“ Vorwürfe gegen ihre Führungsqualitäten.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlin.  Kaum ist Saskia Esken SPD-Chefin, gerät sie unter Druck: Das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet über Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter.

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Vor einer Woche wurde Saskia Esken auf dem Parteitag der SPD zur neuen Parteichefin gewählt. Gemeinsam mit Norbert Walter-Borjans soll sie die Partei zurück in die Spur führen. Vor der Wahl haben beide versprochen, die SPD bis Ende 2020 wieder in Richtung der 30-Prozent-Marke in Umfragen zu führen. Doch schon jetzt kommen erste Vorwürfe gegen Esken auf.

Sie selbst hat bislang wenig Führungserfahrung. Sie selbst verwies aber immer wieder auf ihre Zeit als Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg. Dort habe sie den Laden, der „hoch zerstritten“ war, wieder zur Ruhe geführt, erzählte sie, um ihre Kompetenz zu belegen, am vergangenen Wochenende in der ARD-Sendung „Anne Will“.

Nun erheben ehemalige Mitarbeiter des Landeselternbeirats in der ARD-Sendung „Kontraste“ schwere Vorwürfe gegen das Gremium, dem Esken angehörte.

SPD-Chefin Saskia Esken in der Kritik – darum geht es:

  • Die neue SPD-Führung ist noch nicht lange im Amt und schon gibt es Kritik an Saskia Esken
  • Bei Anne Will sprach sie jüngst über ihre Erfolge als Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg
  • Doch nun gibt es schwere Vorwürfe

Ex-Vorstand Christian Bucksch berichtet davon, wie der Vorstand nach den entsprechenden Passwörtern gefragt haben soll. Bucksch, der nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Esken zurücktrat, sagte in der Sendung noch nie habe es so viele Rücktritte gegeben wie zu der Zeit, in der Saskia Esken im Vorstand war.

„Wir hatten Mitglieder, die in großer Zahl aus Sitzungen mittags ausgezogen sind, (...), weil man das Gebaren des Vorstands vom Inhalt, vom Miteinander-Umgehen, nicht mitmachen wollte. Ich sehe nicht, dass da Frau Esken aufgetreten ist, um die Situation zu befrieden.“

Die ehemalige Büroleiterin, die vor Esken bereits elf Jahren ihrem Job im Landeselternbeirat nachging, wurde gekündigt, weil sie offenbar noch Kontakt zum zurückgetretenen Vorstand hielt. Ihr E-Mail Konto soll laut dem Magazin ausspioniert worden sein. Der Vorstand soll dafür nach den Passwörtern der Mitarbeiter gefragt haben. Lesen Sie hier: So tickt die neue Spitze der SPD.

Kommentar: Die Krise der SPD geht weiter

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Die neue SPD-Chefin äußert sich vor der Kamera nicht zu den Vorwürfen

Esken selbst nahm in dem Bericht keine Stellung zu den Vorwürfen, sie reagierte schriftlich auf die Vorwürfe. „Wir haben den Landeselternbeirat Baden-Württemberg als Vorstandsteam ab 2012 demokratisiert und zusammengeführt. Dass das nicht allen gefallen hat und wir dabei auch auf Widerstände gestoßen sind, versteht sich eigentlich von selbst.“

Die 58-Jährige war Anfang Dezember auf dem SPD-Parteitag mit 75,9 Prozent in Berlin zur neuen SPD-Chefin gewählt worden, gemeinsam mit dem ehemaligen NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Dieser hatte 89,2 Prozent der Stimmen erhalten.

Lesen Sie hier: So geht es jetzt mit der GroKo weiter. (mün)

Saskia Esken – Mehr zu neuen SPD-Chefin

Bei „Hart aber Fair“ stichelte der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gegen die neue Parteichefin Saskia Esken. Für diese Themen wollen die neuen SPD-Chefs stehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hatten wir behauptet, dass Saskia Esken Einblick in E-Mails einer Mitarbeiterin des Landeselternbeirates genommen habe. Dies stimmt nicht. Unsere Richtigstellung lesen Sie hier.

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