Nahverkehr

Selbst der VRR-Chef durchschaut die Tarife nicht

Im Ruhrgebiet sind viele Bahnen voll. Das Nahverkehrssystem stößt an seine Grenzen.

Im Ruhrgebiet sind viele Bahnen voll. Das Nahverkehrssystem stößt an seine Grenzen.

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Düsseldorf.   Verzweifeln Sie am Tarifdschungel im Nahverkehr? Dann sind Sie nicht allein. Noch nicht einmal der VRR-Chef versteht die Tarife.

Der Leiter des größten Verkehrsverbundes in Nordrhein-Westfalen hat zugegeben, dass der Tarifdschungel im Nahverkehr auch ihn verwirrt. „Selbst mir fällt es schwer, die Vielzahl der Tarife zu durchschauen“, sagte Ronald Lünser, Chef des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), der Rheinischen Post.

Das Tarifsystem müsse einfacher werden, die Hürden für Spontanfahrer seien „zu groß“. Der Verband benötige aber einen Tarif, der ihm die notwendigen Einnahmen bringt, um das „immer herausforderndere Leistungsangebot“ finanzieren zu können. Immer mehr Menschen nutzten im VRR-Gebiet Bus und Bahn. Das System stoße an seine Grenzen, warnte Lünser.

Pro Bahn kritisiert Nahverkehr im Revier

Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte das Nahverkehrsangebot im Revier zuletzt heftig kritisiert. „Die Qualität des Nahverkehrs im Ruhrgebiet ist gelinde gesagt stark verbesserungswürdig – vor allem im Vergleich zu anderen Ballungsräumen“, sagte Pro-Bahn-NRW-Sprecher Lothar Ebbers dieser Zeitung.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) fordert Verkehrsunternehmen und Städte zu mehr Zusammenarbeit auf: „Es kann nicht sein, dass Pendler im Ruhrgebiet nur deshalb umsteigen müssen, weil die Stadt- und Straßenbahnen unterschiedliche Spurweiten in den Kommunen haben“, so der Minister.

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