Modellregion

VRR plant nur noch zwei Tarifstufen im Ruhrgebiet

Fahrplanwechsel beim VRR verschlechtert S-Bahn-Takt

Durch den Fahrplanwechsel am 15. Dezember verschlechtert sich der Takt der S-Bahnen auf einigen Strecken, dafür werden mehr Regionalzüge eingesetzt.

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Essen.  Der Nahverkehr im Ruhrgebiet soll schon bald günstiger und unkomplizierter werden. Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr bewirbt sich als Modellregion.

Das Bus- und Bahnfahren soll für Pendler im Ruhrgebiet schon bald deutlich günstiger und vor allem unkomplizierter werden. Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) hat am Mittwoch erste grundlegende Pläne zur radikalen Verschlankung des Tarifsystems vorgestellt. Damit will sich der VRR als Modellregion im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewerben. Der VRR spricht von Vergünstigungen für Fahrgäste bis zu 75 Prozent.

Demnach könnte das bisher in fünf Preisstufen, eine komplizierte regionale Wabenstruktur und zahlreiche Sonderregelungen zergliederte VRR-Tarifsystem ersetzt werden durch ein Angebot von nur noch jeweils zwei Flatrate-Angeboten für Dauerkartenbesitzer und Einzelticket.

VRR plant Monatskarten für 50 und 80 Euro

Die Monatskarten soll nach ersten Überlegungen in Städten und Kreisen generell 50 Euro und im gesamten Verbundraum 80 Euro kosten. Für die Einzelfahrten würden zwei beziehungsweise vier Euro veranschlagt. Zusätzlich soll das digitale E-Tarif-Angebot deutlich ausgebaut werden.

Als finanzielle Kompensation für die Entflechtung des bisherigen Tarifdschungels setzen die VRR-Verantwortlichen auf Bundeshilfe von jährlich 220 Millionen Euro für die Dauer von mindestens fünf Jahren.

VRR will konkrete Pläne im Januar bei der Bundesregierung einreichen

Auf der Agenda steht außerdem ein finanziell noch nicht bezifferter Ausbau des ÖPNV-Angebots. „Wir wollen mehr Menschen für Busse und Bahnen begeistern“, sagte VRR-Chef Ronald Lünser in Essen. Ziel sei es, den ÖPNV-Anteil im VRR-Gebiet deutlich zu erhöhen. Im so genannten Modal Split der Verkehrsträger kommt der ÖPNV im Ruhrgebiet nur auf einen Anteil von durchschnittlich zehn Prozent, in Berlin liegt dieser Anteil bei über 20 Prozent.

Der VRR will die neuen Pläne nun bis Januar präzisieren und dann bei der Bundesregierung einreichen. Das Bundeskabinett hatte in seinen Klimaschutzbeschlüssen vom Oktober auch ein Sofortprogramm „Saubere Luft“ aufgenommen. Zehn Modellregionen beziehungsweise -Städte sollen dabei finanziell unterstützt werden, Anreize für eine stärkere Nutzung des ÖPNV zu schaffen. Mit beiden Vorhaben will sich der VRR als Modellregion im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewerben.

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