Landwirtschaft

NRW verbietet Langstrecken-Tiertransporte in Drittstaaten

Bis auf Weiteres hat die NRW-Landesregierung den Transport von Schweinen und anderen Nutztieren in Drittstaaten untersagt. (Symbolbild)

Bis auf Weiteres hat die NRW-Landesregierung den Transport von Schweinen und anderen Nutztieren in Drittstaaten untersagt. (Symbolbild)

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Düsseldorf.  Agrarbetriebe aus NRW dürfen Nutztiere ab sofort nicht mehr in Staaten außerhalb der EU transportieren. Die Kreise sollen das kontrollieren.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium hat Langstrecken-Tiertransporte in sogenannte Drittstaaten verboten. Als Drittstaaten gelten in der Regel Länder außerhalb der Europäischen Union – namentlich nennt die Landesregierung in einer Mitteilung die Staaten Russland, Usbekistan und Kasachstan.

Kontrollen, fehlende Informationen über Versorgungsstationen in Drittstaaten, wiederholte Überschreitungen maximaler Transportzeiten und fehlende Tränkmöglichkeiten für Kälber belegten, „dass einige Transporte nicht bis zum Bestimmungsort in Drittstaaten tierschutzkonform durchgeführt werden“.

Tiertransporte: NRW-Landwirtschaftsministerium sieht Wirtschaft in der Pflicht

Das Ministerium habe die Kreisordnungsbehörden daher angewiesen, Transporte auf diesen Strecken vorerst nicht mehr zu genehmigen. „Die Abfertigung solcher Langstrecken-Transporte darf erst dann wieder erfolgen, wenn der Antragsteller im Vorfeld plausibel die Existenz ausreichender, funktionsfähiger Entlade- und Versorgungsstationen auf der gesamten Reiseroute darlegen kann“, heißt es in der Mitteilung.

Die Wirtschaft sei nun in der Pflicht, Konzepte für einen tierschutzkonformen Transport nach europarechtlichen Vorgaben auch in Drittstaaten sicherzustellen, hieß es in der Mitteilung.

Nordrhein-Westfalen wolle bei der Agrarministerkonferenz das Thema Tiertransporte in den Vordergrund rücken, heißt es aus dem Ministerium von Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Ein Vorschlag: Für Transporte innerhalb Deutschlands sollen die Fahrtzeiten auf „deutlich unter acht Stunden begrenzt werden“, sofern die Außentemperatur 30 Grad übersteigt. (dpa/red)

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