Landtag

Neue Fragen zu den Polizeiskandalen um Amad A. und Lügde

Schweigeaktion für die „Kinder von Lügde“ Ende März in Hameln. Ihr Schicksal erschütterte landesweit viele Menschen. Die Aufklärung des Falls dauert an.

Schweigeaktion für die „Kinder von Lügde“ Ende März in Hameln. Ihr Schicksal erschütterte landesweit viele Menschen. Die Aufklärung des Falls dauert an.

Foto: dpa/Christophe Gateau

Düsseldorf.   Fast pausenlos befasst sich der Landtag derzeit mit zwei Skandalen: den um Amad A. und den um den Missbrauch von Lügde. Am Montag geht’s weiter.

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Der Polizeiskandal von Lügde und das Justizdebakel um den verwechselten Häftling Amad A. beschäftigen am Montag erneut den nordrhein-westfälischen Landtag. In einer dringlichen Anfrage (13.30 Uhr) will die Opposition im Rechtsausschuss die damalige Grundlage für die Inhaftierung des Syrers klären. Der 26-Jährige war im vergangenen Jahr nach einem Zellenbrand gestorben.

Gezielte Manipulationen im Fall Amad A.?

Der hellhäutige Amad A. war im Juli 2018 nach offizieller Darstellung mit einem dunkelhäutigen Mann aus dem afrikanischen Mali verwechselt worden und ins Gefängnis gekommen. Wochenlang saß der 26-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Kleve und legte im September laut einem externen Sachverständigen selbst einen Brand in seiner Zelle. Infolge der schweren Verbrennungen starb er Ende September in einer Bochumer Klinik. Der Syrer war festgenommen worden, weil er an einem Badesee vier Frauen belästigt haben soll.

In der vergangenen Woche hatte das WDR-Magazin Monitor berichtet, eine gezielte Manipulation sei nicht auszuschließen. Innenminister Herbert Reul (CDU) will die Erkenntnisse des Staatsanwaltschaft Kleve abwarten.

Aktueller Stand im Ermittlungsverfahren Lüdge

Darüber hinaus wird im Rechtsausschuss erneut der aktuelle Stand des Ermittlungsverfahrens im Missbrauchs- und Behördenskandal Lügde dargelegt. Nach dem massenhaften Kindesmissbrauch auf dem dortigen Campingplatz gingen die Ermittler zuletzt von 40 Opfern und weiteren zwölf Verdachtsfällen aus. Bislang sind acht beschuldigte Männer bekannt; die drei Hauptverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. (dpa)

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