Kindesmissbrauch

Landtag ringt um Konsequenzen aus dem Fall Lügde

Polizeibeamte vor der eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde.  +++

Polizeibeamte vor der eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz in Lügde. +++

Foto: Guido Kirchner/dpa

Düsseldorf.   SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty fordert die anderen Fraktionen zur Zusammenarbeit auf. Regierung prüft die Qualität der Jugendämter im Land.

Die SPD im Landtag möchte wegen der vielen offenen Fragen in den Missbrauchsfällen von Lügde eine Runde der Fraktionschefs zusammenrufen. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Kutschaty hat daher seinen Kollegen Bodo Löttgen (CDU), Christof Rasche (FDP), Monika Düker und Arndt Klocke (beide Grüne) einen Brief geschrieben und ein Treffen angeregt. Darin soll es unter anderem um die Einrichtung einer Landtags-Kommission zu Themen wie Kindeswohl und die Ausstattung von Jugendämtern gehen.

Die „alarmierenden Geschehnisse“ von Lügde sollten ein Anlass für die demokratischen Fraktionen zur Zusammenarbeit sein, schreibt Kutschaty. Es sei den Bürgern nicht zu erklären, „wie all das passieren konnte“.

Jugendämter im Fokus

Gleichzeitig nimmt das NRW-Familienministerium den Fall Lügde zum Anlass, für den 9. April die Leitungen von Jugendämtern und Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände zu einem ersten Gespräch einzuladen, dem weitere folgen sollen. Es geht darum, welche Hilfen die Jugendämter benötigen, wie diese Behörden besser zusammenarbeiten könnten und wie gemeinsame Standards für den Kinderschutz erreicht werden. Qualität und Kontrolle der Jugendämter müssten angesichts der Verbrechen von Lügde auf den Prüfstand.

Das NRW-Familienministerium insistiert auch bei der Bundesregierung, sich intensiver mit dem Thema Pflegefamilien zu beschäftigen. Das Pflegekinderwesen müsse überprüft werden, Pflegeeltern sollten besser begleitet und kontrolliert werden“, schreibt Familienminister Joachim Stamp (FDP) in einem Bericht an den Familienausschuss. Der Bund solle auch erneut klären, welche Gründe dagegen sprechen, Familien eine Pflegeerlaubnis zu erteilen.

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