Hohe Arbeitsbelastung

GEW: 89 Prozent mehr in Erziehung und Bildung investieren

Mehr Geld für die bildungsoffensive in Kitas und Schulen wünscht sich der Gelsenkirchener GEW-Vorsitzende Lothar Jacksteit.

Foto: imago

Mehr Geld für die bildungsoffensive in Kitas und Schulen wünscht sich der Gelsenkirchener GEW-Vorsitzende Lothar Jacksteit. Foto: imago

Gelsenkirchen.   GEW-Vorsitzender Lothar Jacksteit wünscht sich das, was Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten bekommen, auch für Kitas und Schulen.

89 Prozent mehr Geld für die Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten: Diese Nachricht weckt Begehrlichkeiten. Und Ideen. Lothar Jacksteit jedenfalls, der Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) des Stadtverbands GE/Gladbeck, hat eine. Grundlage seiner Vorstellung, jetzt auch 89 Prozent mehr Mittel in Gelsenkirchen für Erziehung und Bildung zu fordern, sei die Tatsache, „dass im Landtag mit großer Mehrheit anerkannt wurde, dass die Arbeitsbelastung enorm gewachsen ist“.

Stadt mit dem größten Sozialindex

Die Menschen im Lande und natürlich auch die GEW-Mitglieder könnten eine solche Entscheidung „nur dann wirklich nachvollziehen, wenn das für alle anderen Lebensbereiche auch anerkannt wird.“ In Gelsenkirchen, der Stadt mit dem größten Sozialindex (100), könne man mit 89 Prozent mehr Mitteln für Erziehung und Bildung angemessen auf die gewachsene Arbeitsbelastung in Kitas und Schulen reagieren. Denn: „Es kann doch nicht sein, dass junge Menschen durch das System rutschen und keinen Abschluss bekommen, der sie zu einer Berufsausbildung befähigt.“ Mit 89 Prozent mehr „würde wirklich kein Kind zurück gelassen“.

Multiprofessionelle Teams nötig

Alle Schulbereiche sollten ein Plus von 89 Prozent zugesprochen bekommen, „damit man den Kindern das entlockt, was in ihnen steckt“, sagt Lehrer Jacksteit, und setzt nach: „Das geht im bisherigen System nämlich nicht.“ Es stehe immer noch nur die eine Person vor einer Klasse. Und das trotz enormer Herausforderungen. Er zählt auf: individuelle Förderung, Inklusion, Zuwanderung, Flucht und on Top Digitalisierung. Dazu brauchte es muliprofessionelle Teams.

Woher das Geld kommen soll, um eine Bildungsoffensive mit 89 Prozent mehr Geld zu finanzieren? „Das wird das Land nicht aus der Portokasse zahlen können“, gibt der Gewerkschafter unumwunden zu. „Aber wenn wir heute in Bildung investieren, um Kinder in den Stand zu versetzen, später einen Beruf auszuüben, der sie wiederum zu Steuerzahlern macht, ist das gut investiertes Geld, das sich refinanziert.“

Den Blick auf diese Region richten

Die Stadt Gelsenkirchen, so anerkennt der GEW-Vorsitzende, versuche alles in ihrer Macht stehende, um Kindern und jungen Erwachsenen eine Chance zu geben, stoße aber mangels ausreichender Ressourcen an Grenzen. Lothar Jacksteit schaut bei dem Thema auch über den Tellerrand. „Ich habe den Wunsch, dass der Blick auf diese Region gerichtet wird.“ Seine Hoffnung sei, dass das Land die enormen Bedarfe der Ruhrgebiets-Kommunen erkenne und man in Düsseldorf zu dem Ergebnis komme: „Wir brauchen eine starke Metropole, die auch Impulse für das Land bringt.“ Im Bereich Erziehung und Bildung sei heute eine Kraftanstrengung nötig. „Ja, es muss Geld in die Hand genommen werden, aber wenn wir in Jahrzehnten denken, wird das einen Gewinn für das ganze Land bringen.“

>> Info: Lob für die Stadt auch in der BV Süd

Wenn man Kinder in der Sekundarstufe I entsprechend fördere, mein Lothar Jacksteit, würde der Zuwachs in der Sekundarstufe II entsprechend steigen.

Bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd hatte er in seiner Eigenschaft als CDU-Bezirksverordneter die Stadt für ihre Schulplanung gelobt, die aber an ihre Grenzen stoße.

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