Verkehrspolitik

Bußgeld für PS-Protze: NRW will Auto-Poser härter bestrafen

Mehr Härte gegen Auto-Poser und PS-Protze: Das fehlt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im neuen Bußgeldkatalog des Bundes.

Mehr Härte gegen Auto-Poser und PS-Protze: Das fehlt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im neuen Bußgeldkatalog des Bundes.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Düsseldorf.  NRW-Verkehrsminister Wüst will den geplanten neuen Bußgeldkatalog für sogenannte Auto-Poser nachschärfen lassen. Einen Verbündeten hat er schon.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) will den vom Bund geplanten neuen Bußgeldkatalog für Verkehrssünder noch um härtere Strafen für sogenannte Auto-Poser ergänzen. „Die Sportkameraden mit dem aufgemotzten Polo, die fünfmal vor der Eisdiele hin und her fahren, sind vom Nervfaktor besonders groß“, sagte Wüst am Freitag in Düsseldorf.

Er werde deshalb mit seinem Amtskollegen aus Baden-Württemberg einen Vorstoß unternehmen, um einen neuen Sanktionskatalog für Auto-Poser auf den Weg zu bringen. Bereits bei der Frühjahrstagung der deutschen Verkehrsminister hatte sich Wüst im April hinter die Initiative gestellt. Dabei geht es um Fahrer, die aufgemotzte Autos zur Schau stellen, hochtourig durch Innenstädte rasen, den Motor im Leerlauf aufheulen lassen oder mit durchdrehenden Reifen an Ampeln anfahren. Bislang sind sie nur bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder illegalen Rennen härter zu belangen.

Bußgeld von mehreren Hundert Euro für unnützes Hin- und Herfahren

Baden-Württemberg würde gern ein Bußgeld von mehreren Hundert Euro verhängen allein „für unnützes Hin- und Herfahren sowie für unnötige Lärm und Abgasemissionen“. Bislang lässt sich unnützes Hin- und Herfahren oder unnötige Lärmbelästigung nach der Straßenverkehrsordnung nur als Ordnungswidrigkeit mit 10 bzw. 20 Euro Verwarngeld ahnden, sofern Autofahrer nachweislich in einer geschlossenen Ortschaft eine Strecke mehrmals abfahren oder andere belästigen.

In mehreren deutschen Großstädten kam es zuletzt immer wieder zu Beschwerden über PS-Protze, die vor allem nachts Motoren heulen und Auspuffrohre knallen lassen. Die Essener Polizei etwa war Beschwerden mit erheblichem Aufwand nachgegangen, stieß jedoch an rechtliche Grenzen. Oft sind PS-starke Autos serienmäßig laut und nur zum Posen geliehen.

Gelassenheit des Ministers beim Umgang mit E-Scootern

Gelassen sieht Wüst dagegen den Trend zum Elektro-Tretroller in vielen NRW-Großstädten. Die Verleiher von sogenannten E-Scootern müssten ihre Kunden zwar besser darauf hinweisen, dass die Geräte mit Helm, nüchtern, allein und nicht auf dem Bürgersteig zu nutzen seien. „Aber eine freie Gesellschaft muss so etwas Neues auch mal ertragen können“, so Wüst. Vor allem in Düsseldorf und Köln boomt der Verleih per Handy-App von E-Rollern. Zuletzt hatte es Klagen über Unfälle sowie wildes Fahren und Parken gegeben. Bei der geplanten Umwandlung von Busspuren in „Umweltspuren“ auch für Roller, Räder und Fahrgemeinschaften hat der NRW-Verkehrsminister seine anfängliche Skepsis offenbar abgelegt. „Da, wo es gewollt ist, wird es jetzt möglich. Das finde ich gut“, sagte Wüst. Es werde keine Stadt verpflichtet, Umweltspuren einzuführen, doch im Einzelfall könne es für die Mobilität sinnvoll sein.

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