Ruhrkonferenz

Bildungsexperten suchen Maßnahmen gegen den Lehrermangel

Besonders die Grundschulen stöhnen unter einem gravierenden Mangel an Lehrkräften. Im Rahmen der Ruhrkonferenz diskutieren Bildungsexperten Vorschläge, wie die Lehrerversorgung verbessert werden kann.

Besonders die Grundschulen stöhnen unter einem gravierenden Mangel an Lehrkräften. Im Rahmen der Ruhrkonferenz diskutieren Bildungsexperten Vorschläge, wie die Lehrerversorgung verbessert werden kann.

Foto: Frank Molter/dpa

Gelsenkirchen.   Beim zentralen Themenforum Bildung der Ruhrkonferenz debattieren Experten über Maßnahmen, um mehr Lehrer für das Ruhrgebiet auszubilden.

An der Frage, wie NRW die Schulen ausstattet und den Lehrermangel in den Griff bekommt, entscheidet sich nach Ansicht von Bildungsexperten die Zukunft des Landes. Am Montag diskutieren im Wissenschaftspark Gelsenkirchen rund 130 Fachleute aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Schulen über Maßnahmen, wie die Lehrerversorgung verbessert und die Unterrichtsqualität gesichert werden kann. Unter dem Motto „Unterricht sichern – Lehrerversorgung stärken“ hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zum zweiten Themenforum Bildung im Rahmen der Ruhrkonferenz der Landesregierung eingeladen.

„Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort wollen wir neue Vernetzungsstrukturen und Synergieeffekte für eine bessere Aus- und Fortbildung sowie eine Gewinnung von Lehrern im Ruhrgebiet erzielen“, sagte Gebauer. Am Ende sollen die Debattenergebnisse in konkrete Projektvorschläge münden.

Bessere Besoldung für Lehrer an „Brennpunktschulen“

An Grundschulen und Berufskollegs drückt der Personalmangel ganz besonders, sagt die Bildungswissenschaftlerin Isabell van Ackeren von der Uni Duisburg-Essen, die mit der Schulministerin die Veranstaltung leitete. Sie skizzierte einige Ansätze, die in konkrete Projektideen münden könnten: Um mehr Lehrer auszubilden, sollten die Hochschulen ihre Studienkapazitäten ausweiten. Auch flexiblere Ausbildungswege, wie etwa Teilzeitstudienmodelle, könnten ein Studium attraktiver machen. Ein Thema der Konferenz sei auch die Qualifikation von Seiteneinsteigern.

Der Mangel an guten Lehrern ist vor allem für Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld ein Problem, so Prof. van Ackeren. Hier fehle es schlicht an ausreichend Bewerbern. „Die Frage ist, wie man Anreize setzen kann, um Lehrkräfte für diese Schulen zu gewinnen.“ So könnte man bereits in der Ausbildung die pädagogische Bereitschaft dazu wecken. Zum anderen wäre eine bessere Entlohnung denkbar.

Digitalisierung in den Unterricht bringen

Eine weitere Möglichkeit sei die Stärkung der Talent- und Begabtenförderung, um Potenziale für ein Lehramtsstudium zu heben. Ein aktuelles Thema sei zudem die Digitalisierung. Mit einer Förderung des Bundes in Höhe von gut sechs Millionen Euro entwickeln derzeit Expertengruppen an den Universitäten im Ruhrgebiet Ausbildungskonzepte, wie digitale Medien in den jeweiligen Fächern sinnvoll eingesetzt werden können. „Bei der Digitalisierung erleben wir derzeit viel Rückenwind.“

Das Thema Bildung sei zentral für die Ruhrkonferenz, so van Ackeren. „Unser Ziel ist es, schnell konkrete Projektideen zu entwickeln und diese in die Praxis zu bringen.“ Bis zum Sommer sollen die Projektvorschläge so zugespitzt werden, dass die Landesregierung sie mit den Vorschlägen aller anderen Themenforen der Ruhrkonferenz zu einem großen Maßnahmenpaket bündeln und anschließend umsetzen kann, kündigte Ministerin Gebauer an.


>>>> Die Ruhrkonferenz

Das Land hat die Ruhrkonferenz auf mehrere Jahre angelegt. Noch bis Sommer sollen in den 20 Themenforen Ideen gesammelt werden. Bis Ende 2019 soll dann eine „Entscheidungsphase“ folgen. Mit Finanzhilfen des Bundes und der EU ist ab 2020 die Umsetzung der wichtigsten Leit- und Einzelprojekte geplant.

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