Bildung

NRW plant bis zu 60 „Talentschulen“ mit Top-Ausstattung

Gerade das Ruhrgebiet soll von den neuen „Talentschulen“ profitieren.

Gerade das Ruhrgebiet soll von den neuen „Talentschulen“ profitieren.

Foto: Matthias Graben

Düsseldorf.   Bis zu 60 besonders ausgestattete „Talentschulen“ sollen in NRW entstehen – viele davon im Ruhrgebiet. Das sehen Pläne der Landesregierung vor.

Das NRW-Schulministerium plant nicht nur, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, mindestens 30 „Talentschulen“ in sozial benachteiligten Stadtteilen, sondern bis zu 60 dieser bestens ausgestatteten Bildungseinrichtungen. „Ein signifikanter Anteil davon dürfte auf die Städte des Ruhrgebietes entfallen“, sagte Schul-Staatssekretär Mathias Richter dieser Zeitung. „Es wird keinen regionalen Proporz geben. Aber es wäre schon sehr unwahrscheinlich, wenn sich die Schulträger im Revier nicht überproportional im Wettbewerb um die Talentschulen bewerben würden.“ NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, dass das Revier im Rahmen der „Ruhrkonferenz“ mit 30 „Talentschulen“ rechnen könne.

Dieser Redaktion liegen erste Details zu dem Konzept vor, das Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dem Kabinett vorschlagen möchte. Demnach sollen 45 allgemeinbildende Schulen, zum Beispiel Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien sowie 15 Berufskollegs in einem sechsjährigen Schulversuch zu „Talentschulen“ werden. Bis Ende November könnten die ersten Bewerbungen für bis zu 35 Schulen eingereicht werden, die im Schuljahr 2019/20 an den Start gehen. Die weiteren Schulen werden zum Schuljahr 2020/21 ins Programm aufgenommen. „Von den Erkenntnissen aus diesem Schulversuch sollen später alle Schulen in NRW profitieren können“, betonte Richter.

Träger müssen „schlüssiges Konzept“ vorlegen

Die „Talentschulen“ bekommen eine Top-Ausstattung: spürbar mehr Personal wie Lehrer, Psychologen und Schulsozialarbeiter, ein zusätzliches Budget für die Lehrerfortbildung, personelle Unterstützung für die Rektorate. Ein besonderer Akzent liegt auf der mathematisch-naturwissenschaftlichen und der kulturellen Bildung.

Wer im Wettbewerb um die „Talentschul“-Standorte eine Chance haben möchte, muss ein „schlüssiges Konzept“ vorlegen: Kommunen und Schulleitungen sollten mit örtlichen Experten und Ehrenamtlern zusammenarbeiten, um die Schule zu einem besonderen Lernort zu machen. Die Jugendhilfe, Vereine, Bildungsinitiativen, Stiftungen könnten eingebunden werden. Schulträger sollten von sich aus die Bereitschaft zeigen, die Schulen digital hervorragend auszustatten. Eine „externe Jury“ aus Bildungs- und Integrationsexperten, Kulturschaffenden und Experten für Mathe- und Naturwissenschaften soll die „Talentschul“-Standorte auswählen.

Das Ministerium erwartet grundsätzlich von Schulträgern, dass sie Fördermittel konsequent abrufen und „Tempo beim Investieren“ aufnehmen. Allein den Ruhrgebiets-Kommunen für das Ruhrgebiet stünden in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1,8 Milliarden Euro Schul-Fördermittel zur Verfügung.

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