Kriminalität

Kretschmann will Flüchtlinge „in die Pampa“ schicken

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, irritierte mit seiner Äußerung zu „Männerhorden“.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, irritierte mit seiner Äußerung zu „Männerhorden“.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Stuttgart/Leipzig  Winfried Kretschmann fordert, gewaltbereite Flüchtlinge auf dem Land zu verteilen. In der Stadt würden sie auf Gleichgesinnte treffen.

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Flüchtlinge, die in Gruppen Straftaten begehen, sollen von Großstädten ferngehalten und im Land verteilt werden. Das fordert Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Solche Gruppen muss man trennen und an verschiedenen Orten unterbringen“, sagte der Grünen-Politiker der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“.

Weiter sagte Kretschmann, der Gedanke, einige von ihnen „in die Pampa“ zu schicken, sei nicht falsch. „Großstädte sind für solche Leute wegen der Anonymität attraktiv und weil sie dort Gleichgesinnte treffen“, sagte der Regierungschef. Beim Grünen-Parteitag in Leipzig, wo Asylpolitik am Samstag Thema war, zeigte man sich irritiert.

„Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten“, sagte Kretschmann. Die Vergewaltigung in Freiburg sei ein schlimmes Beispiel, sagte Kretschmann mit Blick auf die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in der Stadt im Breisgau.

Nach einem Disco-Besuch soll eine 18 Jahre alte Studentin von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft – sieben Syrer und ein Deutscher.

Kritik an Kretschmanns Sprache

Michael Kellner, der Bundesgeschäftsführer der Grünen, zeigte sich verwundert über die Wortwahl des ersten und einzigen grünen Ministerpräsidenten. Kretschmann stößt in der Partei immer wieder mit konservativen Ansichten auf Kritik.

Kellner kritisierte die Wortwahl Kretschmanns. Er hätte eine „staatstragendere Sprache“ empfohlen, sagte Kellner. „Das ist nicht unsere Sprache, diese radikale Sprache.“ Er lese Kretschmanns Vorstoß aber auch als Bestätigung der grünen Position gegen Ankerzentren, in denen „viele viele Menschen kaserniert an einem Ort“ seien.

Das Interview des Baden-Württembergers stößt in der Partei auch wegen der Wahl des Zeitpunkts seiner Veröffentlichung auf Stirnrunzeln. Die Grünen verabschieden an diesem Wochenende ihr Wahlprogramm für die Europawahl im Mai 2019, am Samstagmorgen standen die Themen Sicherheit, Asyl und Migration auf der Tagesordnung. Kretschmann ist in Leipzig nicht dabei, Grund seien langfristig geplante andere Termine, hieß es.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hatte auf Facebook gefordert, gewaltbereite Flüchtlinge in „sicheren Landeseinrichtungen“ in „entlegenen Gegenden“ unterzubringen. Auch dieser Vorstoß aus Baden-Württemberg war bei vielen Grünen schlecht angekommen. (dpa/msb)

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