Abschiebung

Kofferbomber vom Kölner Bahnhof in den Libanon abgeschoben

Eine Abschiebung in Leipzig: Polizeibeamte begleiten einen Afghanen in ein Charterflugzeug – die große Ausnahme in Corona-Zeiten.

Eine Abschiebung in Leipzig: Polizeibeamte begleiten einen Afghanen in ein Charterflugzeug – die große Ausnahme in Corona-Zeiten.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Düsseldorf.  Aus Rache für dier Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen wollte der Mann Sprengsätze in Zügen deponieren. Er erhielt lebenslängliche Haft.

Der sogenannte Kofferbomber Youssef Mohamad E.H. ist aus deutscher Strafhaft in den Libanon abgeschoben worden. Das berichtete die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Angaben des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums. Demnach erfolgte die Rückführung des 37-jährigen Libanesen bereits Anfang Juni in Abstimmung mit dem Generalstaatsanwalt.

E.H. hatte mit einem Mittäter im Juli 2006 selbstgebaute Sprengsätze im Kölner Hauptbahnhof in zwei Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert. Im Dezember 2008 war er deswegen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dem Urteil zufolge verhinderte lediglich ein handwerklicher Fehler beim Bombenbau die Detonation der Sprengsätze mit Gas-Benzin-Gemisch. Nach eigenen Angaben wollten die beiden Täter Vergeltung für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen üben. Einer der Attentäter, ein damals 21-jähriger Student, wurde knapp drei Wochen nach dem Anschlagsversuch festgenommen. Sein damals 20 Jahre alter Komplize stellte sich in seinem Heimatland. Er wurde 2007 in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht befand: Nie war Deutschland näher an einem islamistischen Anschlag.

Der als Haupttäter geltende E.H. wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf 2008 wegen vielfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nie zuvor sei Deutschland einem islamistischen Anschlag näher gewesen, befand das Gericht

Lebenslange Haftstrafen können nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Unter dieser Voraussetzung hätte E.H. den größten Teil seiner Haftstrafe verbüßt gehabt. Allerdings ist die Strafaussetzung nicht zwingend, sondern hängt etwa von der Erwartung ab, ob der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird. (dpa)