Corona

Wie Karl Lauterbach die Omikron-Wand verkleinern will

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Lauterbach plädiert im Bundestag für allgemeine Impfpflicht

Lauterbach plädiert im Bundestag für allgemeine Impfpflicht

In seiner Rede vor dem Bundestag setzt sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)erneut für eine allgemeine Impfpflicht ein. Nur so könne Deutschland langfristig die Pandemie beenden, sagte er.

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Berlin   Alle wollen boostern, Karl Lauterbach ist bescheidener: Schon die Erstimpfung würde ein viertes Jahr im Zeichen von Corona verhindern.

Eigentlich sollte er über seine Pläne für die nächsten vier Jahre sprechen, über Hospitäler, Krankenkassen, Patienten, auch über die Cannabis-Freigabe. Doch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) redet an diesem Donnerstag vor dem Bundestag nur über drei Dinge: Corona, Corona, Corona. Die Pandemiebekämpfung hat Vorrang.

Zu Beginn des dritten Jahres der Pandemie hat Lauterbach zwei Ziele: Die Omikron-Welle will er zu einem "steilen Hügel" verkleinern und alles daran setzen, "dass es kein viertes Jahr mit ähnlicher Bedrohung gibt".

Lauterbach beschwört: Lasst euch impfen

Man müsse "auch in Zukunft mit gefährlichen und besonders ansteckenden Varianten" von Sars-CoV-2 rechnen. Der sicherte und schnellste Weg aus der Pandemie heraus sei die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, so der SPD-Politiker.

Sie sei medizinisch geeignet und auch moralisch geboten. Denn: Wenn sich alle weigern würden, "würden wir die Pandemie wahrscheinlich nie beenden können." Deswegen ist Verweigerung für ihn keine Haltung.

Impfziel für Januar "schwer" erreichbar

Wie die Impfpflicht aussehen soll, sagt der Minister nicht. Zu den Widersprüchen der "Ampel"-Regierung gehört, dass sie die Pflicht einfordert und anmahnt, aber die Initiative nicht an sich reißt, sondern dem Parlament überlässt. Aus der CDU wurde Lauterbach prompt gefragt, in welcher Funktion er eigentlich geredet habe. "Wenn Sie das als Minister so sehen, dann erwarten wir auch einen Gesetzesvorschlag."

Vieles läuft nicht rund. Die Impfpflicht zieht sich hin. Das Ziel, im Januar 30 Millionen Menschen mit Vakzinen zu immunisieren und vor allem eine Impfquote von 80 Prozent, ist kaum zu erreichen. Es werde „sehr schwer“, hatte Lauterbach in einem Interview eingeräumt. Im Parlament schweigt er sich dazu aus.

Lauterbach: Zumindest eine Erstimpfung

Vorerst behilft er sich mit einem Appell, "zumindest die erste Impfung hinzunehmen." Sie schütze oftmals schon vor schwerem Verlauf und vor dem Tod. "Ich appelliere an ihre Vernunft." Wobei einen weitreichenden Schutz nur die Booster-Impfung biete.

Wie Lauterbach glaubt die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus, dass die Ansteckungszahlen im Zuge der Omikron-Welle in den nächsten Wochen "erheblich weiter nach oben gehen". Das wirksamste Mittel sei impfen und boostern, "was das Zeug hält."

Aber Fakt ist, dass es noch eine hohe Anzahl von ungeimpften Menschen gibt, auch in höheren Altersgruppen. "Sie können in den nächsten Wochen durch die Omikron-Welle besonders gefährdet sein", warnt Lauterbach. "Ihre Gefährdung zu leugnen, ist fahrlässig."

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