Juncker will 2019 als EU-Kommissionschef abtreten

Brüssel.   Der Luxemburger Jean-Claude Juncker strebt keine weitere Amtszeit als EU-Kommissionschef an. „Ein schöner Wahlkampf war das“, sagte Juncker dem Deutschlandfunk über die Zeit vor der letzten Europawahl im Jahr 2014. „Es wird aber keinen zweiten in der Form geben, weil ich nicht noch einmal antreten werde.“ Das Interview soll am heutigen Sonntag gesendet werden.

Der Luxemburger Jean-Claude Juncker strebt keine weitere Amtszeit als EU-Kommissionschef an. „Ein schöner Wahlkampf war das“, sagte Juncker dem Deutschlandfunk über die Zeit vor der letzten Europawahl im Jahr 2014. „Es wird aber keinen zweiten in der Form geben, weil ich nicht noch einmal antreten werde.“ Das Interview soll am heutigen Sonntag gesendet werden.

Für den 62-jährigen Juncker ist seine fünfjährige Amtsperiode als Chef der Brüsseler Behörde etwa zur Hälfte vorbei; sie dauert offiziell noch bis zum Jahr 2019. Der christdemokratische Politiker war 2014 von den europäischen Staats- und Regierungschefs ernannt worden. Juncker war als Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei in den Wahlkampf für das Europaparlament gegangen.

Bereits vor mehr als einem halben Jahr hatte Juncker Spekulationen genährt, dass er nicht noch einmal antreten werde. Im Mai 2016 hatte er in einem Fernsehinterview mit einem Luxemburger Sender auf mehrfaches Nachfragen gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass er noch einmal antreten werde, sei „extrem klein“. Immer wieder gab es Berichte über seinen angeblich schlechten Gesundheitszustand.

Juncker war der erste Kommissionspräsident, dessen Wahl politisch an den Ausgang der Wahl zum Europaparlament gekoppelt worden war. Seiner Ernennung gingen 2014 ein langer Wahlkampf und zähe Verhandlungen zwischen den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten voraus. Der damalige britische Premierminister David Cameron und der ungarische Regierungschef Viktor Orbán, beide erklärte Gegner Junckers, stimmten gegen seine Ernennung. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehörte ursprünglich nicht zu den Unterstützern Junckers.

Bei Amtsantritt hatte er angekündigt, eine „politische Kommission“ führen zu wollen. Weil er sich dabei nicht von den EU-Staaten vorführen lassen wollte, gab es aber auch immer wieder Kritik aus den Hauptstädten. Juncker gilt als einer der erfahrensten Europapolitiker. Vor seinem Wechsel zur Kommission war er lange Regierungschef und Finanzminister in Luxemburg. Von 2005 bis 2013 war er Chef der Gruppe der Euro-Finanzminister und handelte die Hilfspakete für Griechenland aus.

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