Weltfrauentag

Internationaler Frauentag – Was wird da eigentlich gefeiert?

8. März: Am Internationalen Frauentag machen Demonstrantinnen auf die Bereiche aufmerksam, in denen keine Gleichstellung der Geschlechter herrscht.

Foto: REUTERS / ELOY ALONSO / REUTERS

8. März: Am Internationalen Frauentag machen Demonstrantinnen auf die Bereiche aufmerksam, in denen keine Gleichstellung der Geschlechter herrscht.

Berlin  Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Er wird weltweit begangen. Das steckt hinter der Idee, die die Deutsche Clara Zetkin hatte.

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Es geht um Gleichberechtigung – im Arbeitsleben, in der Gesellschaft, vor dem Gesetz: Seit mehr als 100 Jahren machen Frauen am 8. März darauf aufmerksam, wo sie und ihre Geschlechtsgenossinnen weiter benachteiligt werden.

Warum wird der Weltfrauentag an diesem Datum begangen – und wie kam es eigentlich dazu? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wer hat den Frauentag erfunden?

Den ersten nationalen Frauentag beging die Sozialistische Partei in den USA am 28. Februar 1909: Frauenrechtlerinnen erinnerten an den Streik der Textilarbeiterinnen in New York, die für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft hatten. Außerdem forderten sie as Frauenwahlrecht.

Die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zetkin schlug 1910 beim II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen vor, jährlich einen Internationalen Frauentag zu begehen. „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“, forderte die Sozialistin Zetkin.

Wann wurde der Tag zum ersten mal begangen?

Zum ersten Internationalen Frauentag gingen rund eine Million Demonstrantinnen und Demonstranten am 18. März 1911 in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und in der Schweiz auf die Straße. Ihre wichtigste Forderung: das Wahlrecht für Frauen und damit die Möglichkeit zur politischen Teilhabe. Nur in Finnland hatten Frauen zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit, an Wahlen teilzunehmen. Erst 1918 bekamen deutsche Frauen das Wahlrecht, Schweizerinnen dürfen erst seit 1971 wählen.

In den folgenden Jahren fand der Internationale Frauentag seinen Platz in der sozialistischen Bewegung. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Tag zum Aktionstag gegen den Krieg. 1921 legte die 2. kommunistische Frauenkonferenz den Internationalen Frauentag auf den 8. März fest.

Nach der Einführung des Wahlrechtes für Frauen ging es den Demonstrantinnen um Dinge wie Arbeitsschutzgesetze, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Mindestlöhne, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz und die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Während der NS-Herrschaft war der Internationale Frauentag als sozialistischer Feiertag verboten.

Warum gibt es den Weltfrauentag noch?

In den westlichen Ländern herrscht inzwischen in der Regel zumindest nach dem Gesetz Gleichberechtigung. Für die Frauenbewegung ist der Kampf um Gleichstellung aber längst noch nicht beendet. Weiter verdienen Frauen bei gleicher Arbeit im Schnitt weniger als Männer. In Führungspositionen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind Frauen weiter unterrepräsentiert. Ein Grund für viele: die Schwierigkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

Weitere Themen für Frauenrechtlerinnen sind der weltweite Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In sehr vielen Ländern der Welt haben Mädchen zum Beispiel immer noch kein Recht auf Bildung, und Mädchen und Frauen wird das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verwehrt.

Wie international ist der Frauentag tatsächlich?

1975 hatten die Vereinten Nationen das Internationale Jahr der Frau ausgerufen: Seitdem begeht auch die UNO den Internationalen Frauentag am 8. März. „Die Gleichstellung der Geschlechter und das Ausstatten von Mädchen und Frauen mit Macht sei die unerledigte Aufgabe unserer Zeit, sagt UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Botschaft zum Internationalen Frauentag 2018: „Es ist in unserer Welt die größte Aufgabe im Bereich der Menschenrechte.“

In einigen Ländern der Welt – darunter viele ehemalige Sowjetrepubliken, aber auch in afrikanischen Ländern – ist der Internationale Frauentag ein gesetzlicher Feiertag. In vielen anderen Ländern, darunter auch den europäischen, gibt es am Internationalen Frauentag Demonstrationen und Aktionen, um an die Errungenschaften von Frauenrechtlerinnen zu erinnern, aber auch auf die noch bestehenden Problem aufmerksam zu machen.

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