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Frankfurter Zugunglück – Emotionaler Post von Augenzeugin

Ein Mann steht zusammen mit seiner Tochter am Gleis 7 des Hauptbahnhofs vor einem Meer aus Blumen, Kuscheltieren und Beileidsbekundungen, dort wo am 29. Juli ein achtjähriger Junge getötet wurde.

Ein Mann steht zusammen mit seiner Tochter am Gleis 7 des Hauptbahnhofs vor einem Meer aus Blumen, Kuscheltieren und Beileidsbekundungen, dort wo am 29. Juli ein achtjähriger Junge getötet wurde.

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin  In einem Facebook-Post beschreibt Karin Schmidt-Friderichs, wie sich die Menschen gegenseitig halfen. Aber: auch egoistisch reagierten.

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Es ist ein Facebook-Post, der Tausende berührt: Eine Zeugin des tragischen Unglücks im Bahnhof Frankfurt hat ihre Erlebnisse in dem Netzwerk geteilt. Sie berichtet nicht nur von dem Schreckmoment – „Der entsetzliche Schrei klingt nach“ – sondern auch von dem Geschehen danach.

Karin Schmidt-Friderichs schreibt, wie Umstehende anderen halfen, „dass Menschen ihre Koffer öffnen, saubere Kleidung auf den Boden legen, damit verstörte Menschen ihre Füße hochlegen können.“ Aber auch, „dass weintrinkende Menschen auf reservierte Plätze in Ersatzzügen bestehen.“ Der wahre Charakter der Menschen zeige sich in solchen Momenten.

Im Facebook-Post bittet Augenzeugin um Besonnenheit

Karin Schmidt-Friderichs, Verlegerin beim Verlag Hermann Schmidt und seit 2019 Vorsteherin beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, geht in ihrem Post auch auf die Reaktionen „aus Politik und Gesellschaft“ ein. Sie erinnert daran, dass der „aggressive Täter“ aus Eritrea kommt. „Das darf nicht auf alle Menschen mit Migrationshintergrund oder dunkler Hautfarbe übertragen werden. Bitte nein.“

Es sei immer sehr einfach zu schimpfen und zu verurteilen, schreibt sie. Gewalt müsse immer verurteilt werden, egal, von wem sie ausgehe und wie die Hautfarbe und Herkunft sei. „Die Wahrheit ist komplex“, mahnt sie, „und immer komplexer als rechte Idioten sie jetzt ausschlachten“.

Sie lobte auch die Helfer und die schnelle Reaktion der Deutschen Bahn. „In weniger als fünf Minuten waren mehr als fünfzig Helfer, Sanitäter, Polizisten am Gleis. Reisende halfen einander.“

Auch beim Zugunglück in Frankfurt sei das Gute stärker gewesen

Als Fazit schreibt Schmidt-Friderichs, dass sie gespürt habe, dass das Gute an dem Tag am Frankfurter Bahnhof stärker war. Auch wenn an diesem Tag eine Mutter mitansehen musste, wie ihr Kind ins Gleisbett geschubst wurde, die miterleben musste, wie ihr Kind starb.

Das Schlimmste, was ein Mensch erleben könne. „Ich bin nicht gläubig, aber jetzt vor dem Einschlafen werde ich beten. Für die Frau, die zehn Meter von mir entfernt ihr Kind verlor.“ Und sie wolle darum bitten, dass der Täter aus Eritrea, das Klima in Deutschland nicht weiter vergifte.

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(diz)

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