G9

Experten warnen vor überhasteter Rückkehr zu G 9

Rückkehr zu G9: Ja, aber nicht überstürzt. Bei einer Expertentunde im Düsseldorfer Landtag sprachen sich die meisten Beteiligten für eine Rückkehr zu G9 zum Schuljahr 2019/20 aus.

Rückkehr zu G9: Ja, aber nicht überstürzt. Bei einer Expertentunde im Düsseldorfer Landtag sprachen sich die meisten Beteiligten für eine Rückkehr zu G9 zum Schuljahr 2019/20 aus.

Düsseldorf.   Ein Expertengremium im NRW-Landtag erteilte der Wahlfreiheit der Gymnasien eine Absage. Im Schuljahr 2019/20 soll G8 Geschichte sein.

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Die Warnung vor einer „überstürzten“ Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) in NRW wird lauter. Gewerkschaften, Kommunen, Schuldirektoren und Teile der Elternschaft stellten im Landtag klar, dass es aus ihrer Sicht ein Fehler wäre, früher als zum Schuljahr 2019/20 zu G9 zurückzukehren. Mit diesem Termin plant die Landesregierung.

„Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit gehen“, sagte Martin Schenkelberg vom Städtetag NRW bei der Expertenanhörung. Städte- und Gemeindebund, der Landkreistag, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Philologenverband, der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie die Westfälisch-Lippische Direktorenvereinigung stimmen zu. Sie alle befürchten, dass bei einem schnellen Wechsel ähnlich schwere Fehler gemacht werden könnten wie damals bei der Umstellung auf G8. „Die Schüler sind seit 2005 Versuchskaninchen“, sagte Rüdiger Käuser von der Direktorenvereinigung. Das dürfe so nicht weitergehen.

Initiative „G9 jetzt“ steht alleine da

„Lieber später, dann aber für alle folgenden Kinder besser“, sagt auch die Landeselternschaft der Gymnasien über die Umstellung auf G9. Damit steht die Initiative „G9 jetzt“, die für einen früheren Einstieg in G9 trommelt, weitgehend alleine da. Der Sprecher der Initiative erschien gar nicht zur Expertenanhörung. Einzig der Bielefelder Psychologe Prof. Rainer Dollase warb dort für einen „schnellen und gründlichen“ Ausstieg aus G8. Er sagte sogar, die verkürzte Gymnasialzeit berge ein „Intelligenzminderungs-Risiko“. Politisch steht die AfD-Fraktion hinter der Forderung, die Reform schon vor dem Schuljahr 2019/20 zu verwirklichen.

GEW, VBE und die Landeselternkonferenz forderten gemeinsam eine verbindliche Wiedereinführung von G9 an allen Gymnasien im Land. Für Eltern sei es „unbefriedigend“, wenn sie bei der Auswahl einer Schule für ihre Kinder nicht wissen, ob diese Schule nach acht oder neun Jahren zum Abitur führt. Landkreistag sowie Städte- und Gemeindebund lehnen ein Wahlrecht zwischen G8 und G9 ebenfalls strikt ab.

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