Rassismusvorwurf

Ex-TV-Kommissar Huber verlässt nach Tönnies-Aussagen CDU

Der Vorwurf des Rassismus sei unbegründet, teilte der Fußball-Bundesligist nach einer mehrstündigen Sitzung des Ehrenrats mit.

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Darmstadt.  Der Schalke-Boss Clemens Tönnies hat mit Aussagen zu Afrika für Aufsehen gesorgt. Der Ex-Schauspieler Charles Huber reagiert darauf.

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Jahrelang hat sich der ehemalige Fernsehstar Charles M. Huber für die Belange Afrikas eingesetzt – zwischen 2013 und 2017 als Bundestagsabgeordneter der CDU. Durch die Diskussion um die Aussagen des Schalke Bosses Clemens Tönnies dürfte er seine Arbeit wohl beschädigt sehen. Er stört sich vor allem an Äußerungen des Afrika-Beauftragen der Bundeskanzlerin, Günter Nooke (CDU).

Nookes Äußerungen würden die von vielen als rassistisch empfundenen Aussagen von Tönnies relativieren. Er wolle deshalb aus der CDU austreten. Huber ist Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer Deutschen. Bekannt wurde der heute 62-Jährige als Kommissar Henry Johnson in der ZDF-Krimiserie „Der Alte“.

Clemens Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies.

Charles M. Huber sieht Tönnies Aussagen als „rassistische Äußerung“

Nooke hatte hierauf gefordert, eine ehrliche Debatte zu führen. „Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden“, sagte Nooke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Flankenschutz für eine rassistische Äußerung ist inakzeptabel“, sagte Huber am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Nooke habe gewusst, zu welchem Zeitpunkt er so etwas sagt und setze sich vor dem Hintergrund der Tönnies-Aussage mit in das Boot. „Das geht nicht und ist nicht verantwortungsvoll.“ Es sei seine Aufgabe, sich um das Verhältnis mit Afrika zu kümmern und nicht als Innenpolitiker aufzutreten. Solche Ressentiments zu verschlimmern sei brandgefährlich.

Die Tönnies-Diskussion hat derweil große Kreise gezogen. Die DFB-Ethikkommission beschäftigt sich mit dem Fall Tönnies. Nach den Afrika-Aussagen von Schalke-Boss Tönnies hatte es einen Shitstorm gegeben. (dpa/ac)

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