Jahrestag

Erster Weltkrieg endete vor 100 Jahren: Das muss man wissen

100 Jahre Erster Weltkrieg: Deshalb reisen nun Jugendliche nach Verdun

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieg reisen junge Schüler nach Verdun. Jörg Quoos, Chefredakteur der Zentralredaktion, erklärt, warum das Thema heute noch so relevant ist.

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieg reisen junge Schüler nach Verdun. Jörg Quoos, Chefredakteur der Zentralredaktion, erklärt, warum das Thema heute noch so relevant ist.

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Berlin  Der 11. November 2018 ist der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs. Wer damals in den Krieg eintrat und wie er dann endete.

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Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Doch wer kämpfte damals nochmal gegen wen? Und warum wurde der Krieg beendet? Da das Ende des Ersten Weltkriegs sich zum 100. Mal jährt, klären wir die wichtigsten Fragen.

Erster Weltkrieg – Was war der Auslöser?

Auslöser für den Ersten Weltkrieg war das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie am 28. Juni 1914 in Sarajevo. Der bosnische Serbe Gavrillo Princip schoss auf die beiden, sie starben kurz darauf an ihren Verletzungen.

Das Attentat führte zur sogenannten Julikrise, in der sich die Konflikte zwischen europäischen Großmächten rasch zuspitzten. Die Regierung Österreichs war fest davon überzeugt, dass das verfeindete Serbien verantwortlich für das Attentat war.

Mit dem Attentat wollten die von Russland unterstützten serbischen Panslawisten ihrer Forderung nach einem von Österreich-Ungarn unabhängigen serbischen Nationalstaat Nachdruck verleihen. Der Attentäter gehörte der Terrororganisation „Schwarze Hand“ an, die in Verbindung mit offiziellen Stellen Serbiens gebracht wurde.

Das Habsburgermonarchische Österreich-Ungarn stellte Serbien daraufhin ein 48-Stunden-Ultimatum, wonach gegen die Teilnehmer des Attentats unter Beteiligung österreichischer Behörden ermittelt werden sollte. Rückendeckung bekam Österreich dabei vom Deutschen Kaiser Wilhelm II., der bedingungslosen militärischen Beistand im Konfliktfall zusagte.

Serbien, das sich inzwischen mit Russland verbündet hatte, erfüllte die Bedingungen des Ultimatums nicht. Österreich-Ungarn erklärte Serbien daraufhin am 28. Juli 1914 den Krieg. Er weitete sich dann aufgrund internationaler Bündnisse zwischen verschiedenen Großmächten zu einem Weltkrieg aus.

Wer kämpfte im Ersten Weltkrieg gegen wen und warum?

Es gab zwei verfeindete Bündnisse im Ersten Weltkrieg: die sogenannten Mittelmächte kämpften gegen die Entente.

Zunächst wurde nur das Militärbündnis zwischen Österreich-Ungarn und Deutschland unter dem Begriff „Mittelmächte“ zusammengefasst. Zwischen 1914 und 1915 schlossen sich dann das Osmanische Reich und Bulgarien dem Bündnis an.

Die sogenannte Triple Entente wurde durch den Pakt von London am 5. September 1914 zu einem Militärbündnis zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien. Bei ihrem Kriegseintritt 1917 wurden die USA zur assoziierten Macht der Entente.

Bis 1917 schlossen sich zahlreiche Länder als alliierte Mächte der Entente an, unter ihnen das Königreich Serbien, das Königreich Montenegro, Belgien, Japan, Italien, Portugal, Rumänien, Griechenland, China und Siam. Auch die damaligen Kolonien Englands und Frankreichs kämpften für die Entente, die zu einer mächtigen Kriegskoalition anwuchs.

Die Motive für den Kriegseintritt variierten zwischen den jeweiligen Monarchien und Staaten. Im Allgemeinen kämpften europäische Großmächte in der Entente und dem Bündnis der Mittelmächte aufgrund geopolitischer Interessenkonflikte gegeneinander. In Zeiten aggressiver Imperialpolitik beabsichtigten sie, durch Eroberungen weitere Kolonien zu gewinnen und ihren weltpolitischen Einfluss zu vergrößern.

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. fühlte sich beispielsweise durch das informelle Bündnis eingekreist und bedroht, das Russland, Frankreich und Großbritannien bereits vor dem Ersten Weltkrieg schlossen. Deshalb sprang Deutschland in der Julikrise 1914 Österreich-Ungarn bei und sicherte militärischen Beistand gegen das mit Russland verbündete Serbien zu.

Erste Weltkrieg – wann und wie endete er?

Da das Militärbündnis der Entente im Laufe des Ersten Weltkriegs wesentlich mehr Koalitionspartner und Alliierte vorzuweisen hatte als das Mittelmächte-Bündnis, waren die Kräfteverhältnisse unausgeglichen. Dennoch dauerte es über vier Jahre, bis der Erste Weltkrieg am 11. November 1918 endete.

Zuvor wurde Russland aufgrund der Oktoberrevolution zu einer kommunistischen Diktatur, trat aus dem Ersten Weltkrieg aus. Am 15. Dezember 1917 wurde der Waffenstillstand zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten vereinbart. Deutschland versuchte daraufhin noch einmal, an der Westfront anzugreifen.

Doch der deutsche Angriff scheiterte. Die Verbündeten Frankreich, Großbritannien und die USA gingen im Juli 1918 zum Gegenangriff über. Schließlich konnten sie am 8. August 1918 die deutsche Front durchbrechen. Damit war die Niederlage der Mittelmächte besiegelt.

Kaiser Wilhelm II. floh daraufhin ins Exil nach Holland. Die deutsche Monarchie wurde für beendet erklärt, der Sozialdemokrat Friedrich Ebert zum neuen Reichskanzler ernannt. Die deutsche Regierung unterzeichnete am 11. November 2018 den Waffenstillstand von Compiègne. Damit erkannte Deutschland seine Niederlage an und kapitulierte bedingungslos.

Während des vier Jahre andauernden Ersten Weltkriegs hatten neun Millionen Menschen ihr Leben verloren, 20 Millionen waren verwundet worden. Insgesamt hatten sich 25 Staaten mit rund 1,4 Milliarden Menschen im Kriegszustand befunden, was circa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung entsprach.

Wer sind die Mittelmächte/Achsenmächte im Ersten Weltkrieg?

Das Militärbündnis der Mittelmächte war eine der beiden kriegführenden Parteien im Ersten Weltkrieg. Seinen Namen erhielt es wegen der zentralen Hauptverbündeten Deutschland und Österreich-Ungarn auf dem europäischen Kontinent.

Beide Monarchien hatten sich bereits 1879 in einem Zweibund zusammengeschlossen, einer Art Schutzbündnis gegen das Russische Reich. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs schlossen sich ab 1914 Bulgarien und das Osmanische Reich den Mittelmächten an.

100 Jahre Ende Erster Weltkrieg: Wer war in der Entente?

Die Entente war ein Bündnis zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien, das bereits vor dem Ersten Weltkrieg existierte. Zunächst unterschrieben nur Frankreich und England am 8. April 1904 die Entente cordiale, um ihren Interessenkonflikt in der afrikanischen Kolonialpolitik zu beenden.

In dem Vertrag wurde festgehalten, dass Marokko als Kolonie eindeutig Frankreich und Ägypten dem Vereinigten Königreich zugeschrieben wird. Nach dem britisch-russischen Interessenausgleich im Jahr 1907 wurde sie zur Triple Entente erweitert. Russland war nun Bündnispartner.

Zu einem Militärbündnis zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien wurde die Triple Entete erst durch den Pakt von London am 5. September 1914, ein Monat nach Beginn des Ersten Weltkriegs. Sie kämpfte gegen das Bündnis der Mittelmächte. Neben den USA als assoziierte Macht unterstützten die Entente zahlreiche Monarchien und Staaten, unter ihnen Serbien, Montenegro, Belgien, Japan, Italien und die französischen sowie britischen Kolonien.

Russland trat 1917 aus der Entente aus, da sich nach der Oktoberrevolution die kommunistische Diktatur unter Wladimir Iljitsch Lenin als Regime etablierte.

Zum Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs bringen wir junge Leser nach Verdun. Der Ort gilt als Symbol für den Ersten Weltkrieg. (leve)

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