Dritter Soldat verhaftet: SPD spricht von Terrorzelle

Berlin  Im Fall des terrorverdächtigen Soldaten Franco A. haben Ermittler einen weiteren mutmaßlichen Komplizen festgenommen. Es handelt sich um den 27-jährigen Maximilian T. – einen Soldaten, der mit Franco A. im elsässischen Illkirch stationiert war und an Anschlagsplänen beteiligt gewesen sein soll. Die SPD sprach von einer „Terrorzelle“ innerhalb der Bundeswehr.

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Im Fall des terrorverdächtigen Soldaten Franco A. haben Ermittler einen weiteren mutmaßlichen Komplizen festgenommen. Es handelt sich um den 27-jährigen Maximilian T. – einen Soldaten, der mit Franco A. im elsässischen Illkirch stationiert war und an Anschlagsplänen beteiligt gewesen sein soll. Die SPD sprach von einer „Terrorzelle“ innerhalb der Bundeswehr.

Polizisten nahmen den Mann, den Ermittler seit Tagen im Visier hatten, fest, so die Bundesanwaltschaft. Der Beschuldigte soll „aus einer rechtsextremistischen Gesinnung heraus“ gemeinsam mit Franco A. und einem weiteren Helfer – dem Studenten Mathias F. – einen Anschlag vorbereitet haben. Die Gruppe wollte demnach ein islamistisches Attentat vortäuschen und den Verdacht auf Flüchtlinge lenken.

Die Bundesanwaltschaft erklärte, nach den bisherigen Ermittlungen hätten die drei Verdächtigen einen Angriff auf das Leben hochrangiger Politiker und Personen des öffentlichen Lebens geplant, die sich in Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten engagieren. Mögliche Anschlagsopfer seien unter anderem Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Ex-Bundespräsident Joachim Gauck gewesen.

Franco A. sollte laut Bundesanwaltschaft die Tat ausführen. Dazu hatte sich der Oberleutnant unter einer falschen Identität als Asylsuchender registrieren lassen. „Auf diese Weise wollten die drei Beschuldigten nach dem Anschlag den Verdacht auf in Deutschland erfasste Asylbewerber lenken.“ Die geplante Tat sollte von der Bevölkerung als radikal-islamistischer Terrorakt eines anerkannten Flüchtlings aufgefasst werden. Ermittler hatten A. Ende April festgenommen.

Der jetzt Festgenommene soll Franco A. unter anderem gedeckt haben, indem er dessen Abwesenheit gegenüber Vorgesetzten entschuldigte.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erneuerte seine Kritik an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Man müsse „davon ausgehen, dass sich eine Terrorzelle innerhalb der Bundeswehr gebildet hat“. Dies sei eine Riesen-Blamage für von der Leyen. Offensichtlich habe sich jahrelang unbemerkt eine rechtsextreme Gruppe etablieren können, die Anschläge plante und Todeslisten führte. „Frau von der Leyen muss den von ihr bisher total vernachlässigten Bereich der inneren Führung so organisieren, dass solche Fälle ausgeschlossen sind.“

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