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Deutsch im Grundgesetz? SPD-Politiker kontert AfD auf Platt

Der Emder SPD-Abgeordnete Johann Saathoff bei seiner Rede im Parlament.

Foto: M. Popow / imago/Metodi Popow

Der Emder SPD-Abgeordnete Johann Saathoff bei seiner Rede im Parlament.

Berlin  Die AfD will Deutsch als Landessprache im Grundgesetz verankern. SPD-Politiker Saathoff kontert die Idee mit einer Rede auf Platt.

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff hat mit einer Rede auf Plattdeutsch eine AfD-Initiative zur Verankerung von Deutsch als Landessprache im Grundgesetz gekontert. „Düütschland word neet armer dör anner Spraken, Düütschland word rieker“: Deutschland werde nicht ärmer durch andere Sprachen, sondern reicher, sagte der Emder Politiker am Freitag im Parlament in Berlin.

Und weiter: „Düütschland profiteert daarvan, dat wi tosamenwassen in de Welt. Tosamenwassen in de Welt geiht nur, wenn man sük tegensiedig unnerhollen un verstahn kann un wenn man de richtige Spraak proten kann.“ (Deutschland profitiert davon, dass wir in der Welt zusammenwachsen. Das Zusammenwachsen in der Welt funktioniert nur, wenn man sich gegenseitig austauschen und verstehen kann und wenn man die richtige Sprache sprechen kann.)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat Saathoff während dessen knapp fünfminütiger Rede, darauf zu achten, dass ihn alle verstehen könnten. Saathoff entschuldigte sich anschließend beim Stenographischen Dienst des Bundestages, der alle Reden mitschreiben und dokumentieren muss: „Ich gelobe Besserung.“

AfD sieht Deutsch durch „Englisch-Wahn“ bedroht

Der Bundestag suchte sich Hilfe von einem Fachmann: Die Parlamentsverwaltung bat Reinhard Goltz vom Institut für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen um eine schriftliche Dokumentation von Saathoffs Rede. Das Institut ist häufiger für den Bundestag tätig, wenn dort platt gesprochen wird.

Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner hatte den Antrag seiner Fraktion zuvor verteidigt: „Das ist keine irre Idee der AfD“, sagte er. Das Deutsche sei durch einen „um sich greifenden Englisch-Wahn“ bedroht sowie durch „massive Zuwanderung“. Einige Behörden seien inzwischen sogar dazu übergegangen, Informationen teilweise auch in arabischer oder türkischer Sprache zu verbreiten.

Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann aus Leer kritisierte ihrerseits die Sprache der AfD-Anträge. Diese seien voller Fremdwörter und unschöner „Bandwurmsätze“. Im Internet verbreite die AfD ihr Parteiprogramm zudem auf Russisch. (dpa)

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