Großbritannien

Brexit: Was das Wahlergebnis für unsere Region bedeutet

oris Johnson, Premierminister von Großbritannien, will den Brexit durchziehen.

oris Johnson, Premierminister von Großbritannien, will den Brexit durchziehen.

Foto: Frank Augstein / dpa

An Rhein und Ruhr/London.  Der Brexit beschäftigt weiterhin die Unternehmen an Rhein und Ruhr. Sie fürchten weiterhin Unsicherheit, trotz des Torie-Erfolges in London.

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Nach dem deutlichen Wahlsieg für die Konservativen bei der Parlamentswahl will Boris Johnson sein Land am 31. Januar aus der EU führen. „Wir werden es vollenden. Es gibt kein Wenn, kein Aber und kein Vielleicht“, versprach Johnson vor jubelnden Anhängern in London. Ein zweites Brexit-Referendum sei vom Tisch.

Gleichwohl bleibt die Frage, ob sein ambitionierter Fahrplan zu halten ist. Die schottische Regierungschefin Sturgeon will bereits in der kommende Woche ein neues Unabhängigkeits-Referendum auf den Weg bringen. Denn die Schotten wollen in der EU bleiben.

Was heißt die Situation nun für unsere Region? Bei der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer hieß es auf NRZ-Nachfrage: „Immerhin gibt es nun etwas Klarheit: Denn der gefürchtete ungeregelte Ausstieg aus der EU zum 31. Januar 2020 scheint abgewendet.“

Brexit hat sich auf die Handelsbeziehungen ausgewirkt

Dennoch ändere sich nichts an der Unsicherheit: „Die letzten drei Jahre nach dem Referendum haben sich bereits deutlich auf die Handelsbeziehungen ausgewirkt: Das Vereinigte Königreich ist als Exportpartner für NRW von Platz drei auf Platz sechs abgerutscht“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger.

Und er warnt: „Bis Ende 2020 müssen EU und Großbritannien ein Freihandelsabkommen vereinbart haben, sonst droht wieder ein No-Deal-Brexit. Das ist sehr knapp. Solche Verhandlungen dauern mehrere Jahre. Damit ist eine Verlängerung um zwei weitere Jahre sehr wahrscheinlich. Es gibt also keine Entwarnung. Wir empfehlen den Unternehmen mit Geschäft in Großbritannien, sich weiter auf diesen Notfall vorzubereiten.“

Für die Landesregierung sagte uns Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner: „Wir bedauern den Brexit weiterhin. Wichtig ist nun, dass wir zügig Rechtssicherheit erhalten. Wir setzen uns für möglichst enge Handelsbeziehungen sowie Kooperationen in Sicherheit und Forschung ein.“

Und außerdem: „NRW und das Vereinigte Königreich haben eine besonders enge kulturelle Beziehung, die auf einer gemeinsamen Geschichte und unzähligen persönlichen Beziehungen basiert.“ Die Landesregierung werde nun gerade den Austausch der jüngeren Generation ausbauen und die Idee der europäischen Gemeinschaft in Großbritannien wach halten, so Holthoff-Pförtner.

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