Attentat

Nach Anschlag in Pakistan: Zahl der Toten steigt auf 140

In Pakistan ist sind bei Anschlägen am Freitag Dutzende Menschen gestorben.

In Pakistan ist sind bei Anschlägen am Freitag Dutzende Menschen gestorben.

Foto: Abdul Haseeb / dpa

Islamabad  Eine Anschlagsreihe auf Wahlkampfveranstaltungen schockiert Pakistan. Besonders viele Opfer forderte ein Selbstmordattentat am Freitag.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach dem verheerenden Selbstmordanschlag in Pakistan ist die Zahl der Toten bis Samstag nach offiziellen Angaben auf mindestens 140 gestiegen. Weitere 200 Menschen seien verletzt worden, als sich ein Selbstmordattentäter am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Region Mastung in der Südprovinz Baluchistan in die Luft sprengte.

Ein Vertreter des Krankenhauses in der Provinzhauptstadt Quetta sagte, man befürchte, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte, weil sich viele der Verletzten in einem kritischen Zustand befänden.

Das Attentat hatte am Freitagnachmittag einer Wahlkampfveranstaltung der Baluchistan Awami Partei gegolten. Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern. Bei einem kleineren Anschlang starben weitere fünf Menschen.

Nur Stunden später reklamierten sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die Ghazi-Gruppe der radikalislamischen pakistanischen Taliban die Tat für sich. Doppel-Bekenntnisse sind üblich in Pakistan.

Terror-Organisation IS: Darum geht es dem Islamischen Staat

Islamischer Staat: Wie die Terror-Organisation entstanden ist, warum die IS-Kämpfer tatsächlich so gefährlich sind und welche Ziele die Gruppe verfolgt, erklärt das Video.
Terror-Organisation IS: Darum geht es dem Islamischen Staat

Weiter Anschläge in Pakistan bei Wahlveranstaltungen

Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte. Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet.

Tödlicher Anschlag bei Kundgebung in Pakistan

Unter den mindestens 20 Toten in der pakistanischen Stadt Peshawar befand sich auch ein Politiker, dessen Vater vor der Parlamentswahl 2013 ebenfalls bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen war.
Tödlicher Anschlag bei Kundgebung in Pakistan

Baluchistan ist die größte, ärmste und unruhigste Provinz des Landes. Immer wieder gibt es dort besonders blutige Angriffe einer Vielzahl von Extremistengruppen. Im Oktober 2016 starben mehr als 60 Kadetten einer Polizeiakademie in einem nächtlichen Überfall auf ihre Baracken. Im November 2016 gab es einen grausamen Angriff auf einen Schiiten-Schrein mit mehr als 50 Toten.

Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen. Seit 2015 war die Zahl der Anschläge in Pakistan vor allem wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Islamisten-Gruppen stark zurückgegangen. (dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben