Viele aus Indien und China

Zahl der Ausländer in Deutschland steigt auf 10,9 Millionen

Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählten Indien (12 Prozent), China (9 Prozent), Bosnien-Herzegowina (8 Prozent) sowie die USA (7 Prozent).

Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählten Indien (12 Prozent), China (9 Prozent), Bosnien-Herzegowina (8 Prozent) sowie die USA (7 Prozent).

Foto: dpa

Wiesbaden/Berlin  Deutschland bleibt für Zuwanderer attraktiv. Erneut stark zugenommen hat die Zahl der Menschen, die aus Fernost und dem südöstlichen Europa kommen, um hier zu arbeiten.

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Gut jeder achte Einwohner in Deutschland ist Ausländer. Deren Anteil ist im vergangenen Jahr auf rund 10,9 Millionen gewachsen, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete.

Das war ein Anstieg per Saldo um 2,7 Prozent (292.000). Den 1,303 Millionen Neuankömmlingen standen im Ausländerzentralregister 1,012 Millionen Abwanderer gegenüber. Insgesamt lebten in Deutschland - zum 30. September 2018 - 82,979 Millionen Menschen.

2017 hatte der Zuwachs der Ausländer sogar 5,7 Prozent betragen. Die Statistiker verweisen jedoch darauf, dass es damals infolge der Flüchtlingskrise große Nachmeldungen bei Zugängen gegeben habe. Im vergangenen Jahr wiederum seien verstärkt Abgänge im Register nacherfasst worden. Daher seien die Zahlen schwer miteinander vergleichbar.

Erneut stark zugenommen hat die Zuwanderung von Menschen mit einer Arbeitserlaubnis aus Staaten außerhalb der EU. Bis zum Jahresende 2018 kamen insgesamt 266.000 Menschen als sogenannte Erwerbsmigranten (Vorjahr: 217.000). Das war im dritten Jahr in Folge ein Anstieg von mehr als 20 Prozent.

Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählten Indien (12 Prozent), China (9 Prozent), Bosnien-Herzegowina (8 Prozent) sowie die USA (7 Prozent). Diese Menschen - darunter sind auch viele Fachkräfte - waren im Durchschnitt 35 Jahre alt und zumeist männlich (68 Prozent).

Besonders stark gewachsen ist in der Gruppe der Zuwachs aus dem Westbalkan. Ende 2018 stellten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo sowie Mazedonien zusammen fast ein Viertel der Erwerbsmigranten. Dieser Anteil hatte 2015 noch bei rund neun Prozent gelegen. Das Bundesamt führt diese Zahlen auch darauf zurück, dass diese Länder seit den Jahren 2014/2015 als sichere Herkunftsstaaten gelten. Zugleich wurde den Menschen aus diesen Ländern seit 2016 der Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland erleichtert.

Dem Bundesamt liegen derzeit noch keine Angaben vor, wie hoch die Zahl der Flüchtlinge unter den erfassten Ausländern im vergangenen Jahr war. In den ersten drei Monaten dieses Jahres nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bundesweit knapp 46.500 Asylanträge entgegen - etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die meisten Antragsteller kamen nach Angaben des Bundesinnenministeriums aus Syrien, dem Irak und Nigeria.

Das Bundeskabinett hatte am 30. Januar einen Entwurf für ein Gesetz verabschiedet, das den Austausch von Informationen über Ausländer zwischen verschiedenen Behörden vereinfachen soll. Es sieht unter anderem vor, dass künftig auch Jugendämter, Staatsangehörigkeitsbehörden, Auslandsvertretungen, das Bundesamt für Justiz und die Deutsche Rentenversicherung in Echtzeit Daten aus dem Ausländerzentralregister (AZR) abrufen können.

Außerdem soll in Zukunft zusammen mit dem Namen immer auch die AZR-Nummer des Betroffenen übermittelt werden. Verwechslungen und unauffindbare Daten bei fehlenden Identitätspapieren und unklarer Namensschreibweise sollen dadurch vermieden werden.

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