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YouTube Kids: Kinder-Videos künftig nur noch in eigener App?

Mit Kindervideos macht YouTube das meiste Geld.

Mit Kindervideos macht YouTube das meiste Geld.

Foto: Martin Schutt / dpa

Immer wieder gibt es Kritik an YouTube wegen des Umgangs mit dem Kinderschutz. Eine eigene App für Kinder könnte eine Lösung sein.

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Berlin YouTube strukturiert sein Angebot für Kinder grundlegend um. Vorwürfe, nicht genug für den Jugendschutz zu tun, haben das Videoportal wohl dazu bewogen.

Wie das „Wall Street Journal“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg übereinstimmend berichten, gibt es bei der Plattform Überlegungen, Inhalte für Kinder komplett von dem Portal zu nehmen und künftig ausschließlich in der seit 2015 bestehenden App YouTube Kids anzubieten.

YouTube – immer wieder Kritik

Hintergrund sind offenbar Ermittlungen der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC, die Vorwürfen nachgeht, YouTube habe Daten von Unter-13-Jährigen gesammelt, die sich auf dem Portal eigentlich noch gar nicht anmelden dürfen. Allerdings soll sich die Altersverifikation der Google-Tochter leicht umgehen lassen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Wegen der sogenannten Autoplay Funktion, die automatisch zum nächsten Video springt, würden Kinder nicht-kindgerechte Inhalte zu sehen bekommen. Auch in diesem Fall soll die FTC ermitteln.

YouTube Kids ist der Zielgruppe oft zu kindlich

„Wir ziehen viele Ideen in Betracht, um YouTube zu verbessern, einige bleiben jedoch lediglich Ideen“, sagte ein Sprecher dem „Wall Street Journal“ (Bezahlinhalt). Nahezu wortgleich antwortete ein deutscher YouTube-Sprecher auf eine Anfrage dieser Redaktion, die sich auf die Situation in Deutschland bezog.

YouTube Kids, das sich an Kinder unter 13 richtet, gibt es auch hierzulande. Allerdings ist laut Bloomberg großen Teilen der Zielgruppe YouTube Kids zu kindlich, weshalb sie ausschließlich das Hauptportal besuche.

Nach Angaben des „Wall Street Journal“ wäre eine Verlagerung sämtlicher Angebote für Kinder auf YouTube Kids für das Portal eine äußerst riskante Aktion. Kindervideos seien die erfolgreichsten der Plattform. Mit ihnen verdiene sie mehrere Millionen Dollar an Werbegeldern.

Druck auf YouTube ist groß

Andererseits ist der Druck groß, der auf YouTube insbesondere in den USA wegen tatsächlicher oder vermeintlicher Verstöße gegen den Jugendschutz lastet. In diesem Jahr nahm die Plattform bereits mehr als 800.000 Videos vom Netz, die nicht ihren Jugendschutz-Vorschriften entsprachen.

Im Februar berichtete das Magazin „Wired“, ein Netz von Pädophilen durchforste YouTube auf der Suche nach Videos, die nackte oder kaum bekleidete Kinder zeigten. Unter diesen Videos fänden sich dann entsprechende Kommentare. Daraufhin deaktivierte YouTube die Kommentarfunktion von Inhalten, in denen Minderjährige zu sehen sind.

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