Karambolage

Wegen Autorennen? Zwei lebensgefährlich Verletzte in Hamburg

Bei einem Verkehrsunfall in Hamburg wurden mehrere Menschen verletzt.

Bei einem Verkehrsunfall in Hamburg wurden mehrere Menschen verletzt.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburg.  Nach einem schweren Verkehrsunfall gleicht die Umgebung des Unfallortes einem Schlachtfeld. Zwei Männer schweben ins Lebensgefahr.

Alle Indizien deuten auf ein illegales Autorennen: Zwei Männer schweben nach einem schweren Verkehrsunfall in der Nacht zum Sonntag im Hamburger Stadtteil Horn in Lebensgefahr. Ein dritter Mann erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Zwei weitere Personen wurden bei der Karambolage leicht verletzt.

Der Unfall ereignete sich um 1.40 Uhr. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei fuhr ein 20 Jahre alter Mann mit seinem Audi A6 auf der linken Spur stadteinwärts, als sich von hinten ein 5er-BMW und ein weiterer Audi A6 mit hoher Geschwindigkeit näherten. Der 22 Jahre alte Fahrer des BMW habe den neben ihm fahrenden Audi überholt und sei dann auf den rechten Fahrstreifen gewechselt, um nicht mit dem vorausfahrenden Audi zu kollidieren.

Unfall in Hamburg: Manöver deuten auf illegales Autorennen hin

Doch das Manöver misslang. Es kam zur Kollision mit dem überholten Audi. Dieser drehte sich, schleuderte gegen mindestens elf geparkte Autos und ins Heck des vorausfahrenden Audi. Auch der BMW geriet ins Schleudern und krachte auf der Mittelinsel in einen Baum. Die Insassen des BMW wurden dabei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.

Die Feuerwehr brauchte eine Stunde und zwanzig Minuten, um Fahrer und den 39 Jahre alten Beifahrer aus dem Wrack zu befreien. Beide Männer wurden vor Ort von Notärzten behandelt. Sie schweben in Lebensgefahr. Auch die beiden weiteren Insassen des BMW wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Alle vier Insassen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Der mutmaßliche Widersacher des illegalen Autorennens hatte Glück. Der 19-Jährige blieb wie sein gleichaltriger Beifahrer unverletzt. Der Fahrer des vorderen Audi A6 wurde leicht verletzt.

Hamburg: Strafverfahren wegen Verdachts des illegalen Autorennens

Laut Augenzeugen glich die Sievekingsallee einem Schlachtfeld. Die Straße blieb während der Rettungs- und Aufräumarbeiten komplett gesperrt. Ein Sachverständiger der Dekra wurde zur Unfallrekonstruktion gerufen. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass ein illegales Autorennen zwischen den Fahrern des BMW und des Audis zu dem Unfall geführt hat.

Der polizeiliche Unfalldienst hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Die Führerscheine des 19 und des 22 Jahre alten Fahrers wurden beschlagnahmt, gegen die jungen Männer wurden Strafverfahren eingeleitet. Geprüft wird auch, ob der vorausfahrende Audi-Fahrer in das Rennen involviert war. Dafür spricht, dass alle Unfallbeteiligten rumänische Staatsbürger sind.

Zweiter tödlicher Unfall binnen zwei Tagen

Erst am vergangenen Freitag war ein Mercedes-Fahrer bei einem schweren Verkehrsunfall in Hamburg ums Leben gekommen. Der Fahrer des Mercedes S 63 AMG erlitt so schwere Verletzungen, dass er trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche noch am Unfallort starb. Zur Bergung musste die Feuerwehr das Dach des zerstörten Wagens auftrennen, der Leichnam wurde ins Institut für Rechtsmedizin gebracht.

Derzeit wird als Auslöser für den Unfall eine plötzliche Erkrankung des Fahrers in Betracht gezogen – ähnlich wie bei einem Unfall, der sich kürzlich in Berlin ereignet hatte. Der Fahrer eines zweiten Pkw wurde leicht verletzt zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Eine Drehleiter der Feuerwehr musste herunterhängende Leuchten von den Masten bergen, um die Gefahr durch herabstürzende Teile zu bannen.

Warum kommt es immer wieder dazu, dass Raser in Städten unterwegs sind? So erklären Verkehrspsychologen Poser auf der Straße. (ced/arg)

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.abendblatt.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben