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„Sing meinen Song“: Was aus Metal-Liedern werden kann

Jennifer Haben stand bei „Sing meinen Song“ am Dienstag im Mittelpunkt.

Jennifer Haben stand bei „Sing meinen Song“ am Dienstag im Mittelpunkt.

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

Berlin  Bei „Sing meinen Song“ stand Metal-Sängerin Jennifer Haben im Fokus. Für die anderen bedeutete das eine besondere Herausforderung.

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Wincent Weiss, Milow, Jeanette Biedermann und Alvaro Soler – wer sich ein bisschen für Pop- und Rockmusik interessiert oder immerhin aufmerksam Radio hört, wird das ein oder andere Lied dieser Künstler kennen. Sie alle standen in den vergangenen Wochen für jeweils eine Folge der Tauschkonzert-Show „Sing meinen Song“ im Mittelpunkt. Diese Woche aber fragt man sich: Wer ist sie eigentlich – diese Jennifer Haben?

Kurz gesagt: Die 23-Jährige ist Frontfrau der Metal-Band „Beyond the black“. Braune lange Haare, zierlich, schwarz gekleidet. Während der Show aber sollen die Zuschauer noch einiges mehr über die Frau erfahren, die ihre „Tauschkonzert“-Kollegen als das „Nesthäkchen“ bezeichnen. Zudem gibt es eine Premiere: Es ist das erste Mal, dass es sich bei „Sing meinen Song“ um das Genre Metal dreht.

Das freut besonders Jeanette Biedermann. Der Stil erinnere sie ein bisschen an ihre eigenen Anfänge, erzählt die Musikerin. „Damals in den 20ern habe ich auch Musik mit viel Pathos gemacht.“ Die beiden Frauen haben sich nicht erst durch „Sing meinen Song“ kennen gelernt.

Jennifer Haben macht Symphonic Metal

2007 hat Jennifer Haben – als damals Elfjährige – bei der Kika-Sendung „Beste Stimme“ mitgemacht. Jeanette Biedermann war ihr Coach. Als ein kurzer Ausschnitt aus der Kika-Show eingespielt wird, ist Haben kurz ein wenig peinlich berührt: „Wie schüchtern ich da bin.“ Biedermann wiederum erzählt, dass sie schon damals für die Stimme des jungen Mädchens geschwärmt habe.

Wie aber ist Jennifer Haben zu Metal gekommen? „Meine Familie hatte nichts mit Metal zu tun“, erklärt die gebürtige Saarländerin im Laufe des Abends. Zuhause habe man die Kelly Family oder Elvis gehört. Als Jugendliche sang sie sogar Deutsch-Pop in der Girlband „Saphir“. Irgendwann habe ihr drei Jahre älterer Bruder ihr schließlich „Bring me to life“ von Evanescence vorgespielt – und es habe ihr gefallen.

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Heute macht Jennifer Haben mit ihrer Band „Beyond the black“ sogenannten Symphonic Metal, bei dem viel mit Orchester gearbeitet wird. Mit „Beyond the black“ – also Jenseits des Schwarzen – wolle sie zeigen, dass es immer irgendwo auch Licht und Hoffnung gibt, erklärt Jennifer Haben. Ob das nicht komisch und manchmal unangenehm sei – als einzige Frau nur unter Männern – will schließlich Gastgeber Michael Patrick Kelly wissen. „Ich habe mich schon immer unter Männern wohlgefühlt. Das ist unkompliziert“, sagte die 23-Jährige.

Biedermann unterlegt Song mit persönlichen Rocknote

Heute tritt Haben mit ihrer Band in Frankreich, Schweden, Dänemark oder auch Japan auf. An ihre Anfänge in der Metal-Szene kann sie sich aber immer noch gut erinnern. Das Lied „In the shadows“ habe sie beim Wacken Open-Air 2014 zum ersten Mal live gesungen. Inzwischen ist die Band ein fester Bestandteil des Musikfestivals.

Jeanette Biedermann ist es schließlich, die das Lied an diesem Abend zum ersten Mal singt. „Das ist so ein Motivationssong. Ein Lebensgefühl“, schwärmt sie.

Biedermann entscheidet sich schließlich dafür, das Lied mit ihrer persönlichen Rock-Note zu unterlegen. Die anderen Sänger stehen auf, bewegen sich mit. Hinterher gibt es eine innige Umarmung von Jennifer Haben: „Großartige Version“, sagt sie. Und Michael Patrick Kelly ruft anerkennend und schmunzelnd zugleich: „Jetzt bist auch du bereit für Wacken.“

Sänger Johannes Oerding hat ebenfalls ein Lied gewählt, das Jennifer Haben sehr viel bedeutet, wie sie erzählt – nämlich „Heart oft the hurrican“. 2014 gründete sich ihre Band. „Irgendwann hatten wir aber nicht mehr die gleichen Ziele. Die Jungs sind nach und nach weggegangen.“ Dabei war die Band damals noch ein Newcomer. „Mein Baby stirbt gerade“, beschreibt sie das Gefühl von damals. Von außen hätte sie ein großer Shitstorm erreicht.

„Es kam so rüber, als hätte ich alle gefeuert.“ Mit ihren neuen Bandkollegen konzipierte sie schließlich ein neues Album. Darauf auch zu finden: „Heart of the hurrican.“ Johannes Oerding macht aus dem Lied eine gefühlvolle Version, begleitet sich am Keyboard, fängt weich an und steigert sich dann immer mehr. Jennifer Haben ist begeistert: So viel Gefühl. Bei ihr selbst heiße es ja immer: „Hau drauf!“ und „Alles rausschreien“.

• Hintergrund:

„Das ist die Milow-Magie“

Auch Alvaro Soler, Wincent Weiss, Milow und Michael Patrick Kelly machen die Haben-Songs zu ihrer eigenen Version. Alvaro Soler kreiert aus „Million lightyears“ eine Latin-Nummer – mit Trommeln und Trompeten. Jeanette Biedermann springt sofort auf: „Das ging mir direkt in den Hintern.“

Für Wincent Weiss ist es der aufregendste Auftritt der Staffel. Nicht nur weil Jennifer Haben zuvor erzählt, wie schön sie das Lied „Love is a burden“ selbst findet, sondern auch weil Wincent Weiss auf Englisch singt. Haben aber ist nach dem Auftritt mehr als fasziniert: „Unfassbar geil!“ Und auch für Milow findet sie viel Lob: „Das ist die Milow-Magie.“ Milow-Fans werden das bestätigen können.

Zum besten Sänger des Abends kürt Jennifer Haben aber jemand anderen: „Ich finde, wir sind ein Dreamteam. Deine Version hat mich umgehauen.“ Gemeint ist Jeanette Biedermann. Zu ihr habe sie eine besondere Verbindung. Und so geht der Abend alles andere als düster und schwarz zu Ende – also so gar nicht metal-like - , sondern mit ganz viel Harmonie.

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