Urteil

Schwimmlehrer missbrauchte Dutzende Kinder – lange Haft

Der angeklagte Schwimmlehrer während des Prozesses im Landgericht Baden-Baden.

Der angeklagte Schwimmlehrer während des Prozesses im Landgericht Baden-Baden.

Foto: Uli Deck / dpa

Baden-Baden  Ein 34-jähriger Schwimmlehrer muss für zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte mehrere kleine Mädchen während seiner Kurse missbraucht.

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Rund 200 Taten wurden ihm vorgeworfen, nun hat das Landgericht Baden-Baden sein Urteil gesprochen: Ein 34 Jahre alter Schwimmlehrer muss zwölf Jahre in Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er mehrere kleine Mädchen teils schwer sexuell missbraucht hat.

Gegen den Deutschen wurde zudem Sicherungsverwahrung verhängt. Damit kann der Mann auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe erstmal nicht freikommen. (Az.: 3 KLs 203 Js 12275/17).

Übergriffe mit Unterwasserkamera gefilmt

Der 34-Jährige hat sich nach Überzeugung des Gerichts während von ihm geleiteten Schwimmkursen an seinen Opfern vergangen. Die Taten geschahen demnach im Schwimmbecken oder auch in der Umkleide von Schwimmbädern im Kreis Rastatt, Ortenaukreis, Kreis Calw sowie in Lörrach und Baden-Baden.

Die schweren Übergriffe hatte der Mann zum Teil mit einer Unterwasserkamera gefilmt. Entsprechende Aufnahmen waren bei Durchsuchungen seiner Wohnung sichergestellt worden.

Jüngstes Opfer war erst vier Jahre alt

Der Angeklagte hatte die Taten am zweiten Prozesstag in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung zum Teil eingeräumt, aber seinen ehemaligen Chef beschuldigt, ihn erpresst und zu einem Teil der Straftaten gezwungen zu haben. Die Vorwürfe erwiesen sich rasch als haltlos. Die Ermittlungen dazu wurden eingestellt.

Dem 34-Jährigen wurden rund 200 einzelne zwischen Oktober 2015 und September 2017 begangene Taten zur Last gelegt. Darunter sind neben schwerem Missbrauch auch Nötigung, Körperverletzung und massive Einschüchterung einiger Kinder. Das jüngste war erst vier Jahre alt. Im Verlauf des Prozesses gab er einen Großteil der Taten zu.

Polizei überprüfte rund 160 Schwimmkurse

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits zum Prozessauftakt angekündigt, neben einer Haftstrafe auch die Sicherungsverwahrung anzustreben. Ein Sachverständiger hatte dem Angeklagten später pädophile Neigungen und volle Schuldfähigkeit bescheinigt.

Das Verfahren kam in Gang,

Umfangreiche Ermittlungen folgten. Rund 160 Schwimmkurse, die der Angeklagte für jeweils bis zu 14 Kinder gegeben hatte, wurden überprüft und Hunderte von Eltern kontaktiert.

Der Angeklagte sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Er hatte als freiberuflicher Schwimmlehrer für drei Schwimmschulen gearbeitet und war nicht vorbestraft. (dpa/cho)

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