Angriff

59 Tote und 527 Verletzte nach Attentat in Las Vegas

In Las Vegas haben Trauernde Kerzen in Gedenken an die Opfer aufgestellt.

Foto: CHRIS WATTIE / REUTERS

In Las Vegas haben Trauernde Kerzen in Gedenken an die Opfer aufgestellt. Foto: CHRIS WATTIE / REUTERS

Las Vegas  In Las Vegas hat ein Mann von einem Hotelzimmer aus auf ein Open-Air-Musikfestival geschossen. Mindestens 59 Menschen sind gestorben.

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Bei einer Schießerei in Las Vegas sind mindestens 59 Menschen bei einem Musikfestival getötet worden. 527 weitere Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Es ist damit das tödlichste derartige Verbrechen in der US-Kriminalgeschichte. Der mutmaßliche Schütze, ein 64-jähriger Bewohner von Las Vegas, sei tot.

Der mutmaßliche Todesschütze von Las Vegas, Stephen Paddock, hat nach Angaben der Polizei wohl Suizid begangen. „Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir eingedrungen sind“, beschrieb Bezirkssheriff Joseph Lombardo die Szene am Montag.

IS reklamiert die Tat für sich

Die Polizei geht nicht davon aus, dass es weitere Schützen gibt. Die Begleiterin des Täters sei gefunden worden. Die Schüsse seien vom 32. Stockwerk auf das Musikfestival abgefeuert worden. Wie CBS berichtet, sei der Rauchmelder durch die zahlreichen Schüsse im Hotelzimmer angegangen. Dadurch sei es für die Polizei einfacher gewesen, den Aufenthaltsort des Schützen zu finden.

Die Terrormiliz IS hat die Gewalttat über ihr Sprachrohr „Amak“ für sich reklamiert. Der Schütze sei ein „Soldat“ des Islamischen Staates gewesen, berichtete „Amak“ am Montag. Der Angreifer soll „einige Monate“ vor der Tat zum Islam konvertiert sein. Der Inhalt erinnerte an frühere Bekennerschreiben der Dschihadisten.

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Den Behörden zufolge gibt es allerdings keine Hinweise auf einen exremistischen Hintergrund. Nach ersten Erkenntnissen des FBI stand der Schütze nicht in Verbindung mit einer international agierenden Terrororganisation.

Trump ruft USA zu Einigkeit auf

Donald Trump bezeichnete die Todesschüsse von Las Vegas als „Akt des absolut Bösen“. Trump rief die Amerikaner in der Stunde der Trauer zur Einigkeit und zum Zusammenhalt auf. „Im Augenblick der Tragödie kommt Amerika als Einheit zusammen“, sagte der Präsident. Er dankte den Rettungskräften und Polizisten für ihren schnellen Einsatz, der weitere Todesopfer verhindert habe.

Er selbst werde am Mittwoch Las Vegas besuchen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Trump ordnete an, die Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden des Bundes zum Zeichen der Trauer auf Halbmast zu setzen.

„Wir hörten Schüsse von Maschinengewehren“

Zahlreiche Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann zu CNN. „Wir krochen über Tote“, sagte die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson der Nachrichtenagentur dpa. „Wir hörten Schüsse von Maschinengewehren, als wir in unserem Hotelzimmer waren – das dauerte sicher 20 Minuten lang“, sagte eine Schweizer Touristin zum Portal „20 Minuten“.

„Die Polizei wies uns an, im Zimmer zu bleiben, die Schuhe auszuziehen und die Türen abzuschließen“, sagte sie. Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Die Gäste hätten sich für eine mögliche Evakuierung bereithalten müssen, bis dahin „müssen wir still im Hotelzimmer im Dunkeln auf dem Boden sitzen.“

Dutzende Schüsse zu hören

In Videos, die in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Konzertbesucher auf dem Boden liegen, während im Hintergrund deutlich Dutzende Schüsse zu hören sind. Sie stammen offenbar von einer automatischen Waffe.

Die Menschen in Las Vegas wurden dazu aufgerufen, keine Livestreams von dem laufenden Polizeieinsatz ins Internet zu stellen. Dies könnte die Einsatzkräfte in Gefahr bringen, twitterte die Behörde am Montag.

Bei dem Festival mit 22.000 Besuchern war zum Zeitpunkt des Angriffs Jason Aldean, der Headliner und Abschlussauftritt der dreitägigen Veranstaltung, aufgetreten. „Mir fehlen immer noch die Worte, aber ich wollte euch wissen lassen, dass ich und meine Crew in Sicherheit sind. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute betroffen wurden.“ Es schmerze ihn zutiefst, fuhr der Sänger fort, dass dies Menschen zugestoßen sei, „die gekommen sind, um Freude zu haben“. Es hätte „eine Nacht mit Spaß sein sollen“.

Das Auswärtige Amt konnte am Montagvormittag noch keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern des Todesschützen von Las Vegas deutsche Staatsbürger sind. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. (dpa/bekö)

• Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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