Islam

Ramadan 2019 ab 5. Mai: Das muss man zum Fastenmonat wissen

Beschreibung anzeigen

Berlin  Am 5. Mai 2019 hat der muslimische Fastenmonat Ramadan begonnen. Was bedeutet das für Muslime - und was hat es damit auf sich? Ein Überblick.

Nichts essen und nichts trinken, vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang – und das 30 Tage lang: Für weltweit 1,6 Milliarden Muslime begann am Sonntag, 5. Mai, der Fastenmonat Ramadan 2019. Inzwischen ist ein Monat vergangen und der Fastenmonat findet mit dem traditionellen Zuckerfest sein Ende. Doc

Doch was genau hat es mit diesem wichtigen religiösen Brauch und dem Ramadan auf sich? Wer muss fasten? Und welche Ausnahmen gibt es?

Ein Überblick:

Wie lange dauert der Ramadan?

Der muslimische Fastenmonat heißt Ramadan. Das 30-tägige Fasten im Ramadan gehört neben dem Glaubensbekenntnis, den täglichen Gebeten, der Wohltätigkeit für Bedürftige und der Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islams. Das bedeutet der Fastenmonat Ramadan für Muslime.

Was ist Ramadan Kareem?

Mit "Ramadan Mubarak" oder "Ramadan Kareem" wünschen sich Muslime einen gesegneten Ramadan.

Was bedeutet das Fasten im Islam?

Das Fasten im Ramadan ist als dritte Säule von fünf Säulen des muslimischen Glaubens, also eine der wichtigsten Grundlage.

Warum muss man fasten im Ramadan?

In einem Flyer der muslimischen Organisation Ditib, dem mitgliederstärksten islamischen Verein in Deutschland, heißt es zudem: „Das eigentliche Ziel des Fastens ist, Gottes Anerkennung zu erlangen.“ Das Fasten solle die Enthaltsamkeit des Menschen zeigen. „Für alles gibt es eine Spende; und die Spende des Körpers ist das Fasten“, heißt es im Flyer weiter.

Ditib beschreibt auch Nutzen und Sinn des Ramadan auf. Dort heißt es, das Fasten „wertet unsere ethischen Werte auf, bewahrt uns vor Schlechtem, belehrt den Menschen, gütig zu sein (...), macht den Menschen körperlich und spirituell gesund, bringt dem Menschen Geduld bei und belehrt den Menschen, den wahren Wert des Segens zu verstehen“.

Wann beginnt der Ramadan?

Im neunten Monat des Mondkalenders sollen Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Sex verzichten. Der Ramadan beginnt dem Koran zufolge, wenn nach dem Neumond die Mondsichel sichtbar wird. Das Datum kann regional variieren und wird von religiösen Gelehrten bestimmt. 2019 begann der Ramadan am 5. Mai, er endet am 4. Juni mit dem Zuckerfest.

Welche Regeln gibt es zum Ramadan?

Während der Fastenzeit verzichten Muslime zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang darauf, Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. In dieser Zeit stehen sie schon vor Sonnenaufgang auf, um zu essen und zu trinken. Während des Tages nehmen sie nichts zu sich. Erst nach Sonnenuntergang beginnt das Fastenbrechen, das mit einem Ramadan-Gebet abgeschlossen wird.

Zum Fasten gehöre jedoch mehr als der Verzicht auf Speisen und Getränke. So sollen die Gläubigen allen menschlichen Gelüsten entsagen: Geschlechtsverkehr, Alkoholkonsum oder auch das Rauchen sind tabu. Auf der Seite von Ditib heißt es: „Das Fasten belehrt den eiligen Menschen auch die Ruhe zu bewahren. Es belehrt ihn seine unendlichen Wünsche und Triebe unter Kontrolle zu halten.“

Ramadan für Kinder geeignet?

Eigentlich sind alle gesunden Gläubigen zum Fasten verpflichtet, die volljährig sind. Als volljährig gilt in diesem Fall, wer die Pubertät erreicht hat. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Schwangere, Kranke sowie Kinder brauchen nicht zu fasten. Auch wer auf Reise ist, ist nicht vom Ramadan ausgeschlossen. Zum Teil halten sich auch Sportler oder Menschen, die harte körperliche Arbeit verrichten, nicht an die Fastenzeit. Allerdings – wer kann, muss die Fastentage später nachholen.

Wann ist der Ramadan zu Ende und wann kann man wieder essen?

Der Ramadan dauert normalerweise 30 Tage. Für Muslime in Deutschland endet der Fastenmonat in diesem Jahr am 4. Juni.. Anschließend beginnt das große, dreitägige Fastenbrechen, das auch als Zuckerfest bekannt ist.

Wie nennt man das Fest nach dem Ramadan?

Das Zuckerfest gehört neben dem Opferfest zu den wichtigsten muslimischen Feiertagen. Neben dem Moscheebesuch mit Festgebet gehört auch der Besuch der Eltern oder Großeltern dazu. Das Fest wird gemeinsam mit Verwandten gefeiert. Vor allem Kinder erhalten Geschenke, Geld und Süßigkeiten.

5 Fakten zum muslimischen Zuckerfest

Der Fastenmonat findet einmal im Jahr statt, richtet sich dabei aber nicht nach dem gregorianischen Kalender, sondern nach dem Mondkalender. Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders. Da das Mondjahr kürzer ist als das Sonnenjahr, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um zehn oder elf Tage nach vorn.

So kann man Muslime beim Ramadan unterstützen

Rücksichtnahme ist das wichtigste Stichwort. Dabei reicht es zum Beispiel, einfach mal zu schauen und zu fragen, wie es den Fastenden geht.

  • Vor einem Fastenden zu essen oder zu trinken, ist eigentlich kein Problem.
  • Wenig hilfreich sei es nur, wenn jemand gar kein Verständnis zeigt.
  • Sätze wie „Warum machst du so einen Quatsch überhaupt?“ oder „Bist du blöd, den ganzen Tag nichts zu essen oder zu trinken ist doch Schwachsinn“ sind demotivierend.
  • Keine Witze machen.

Auf der anderen Seite sieht er auch die Muslime in der Pflicht, den Ramadan zu erklären. „Ich empfehle unseren Moschee-Vereinen immer, auch Christen und andere Menschen zum Fastenbrechen einzuladen“, erzählt Talat Kamran. In Mannheim funktioniere das gut. Zum Fastenbrechen würden insbesondere verschiedene Arten Suppen, verschiedene Sorten Fladenbrote und auch Süßspeisen vorbereitet. „Wenn wir sehen, dass die Menschen Interesse zeigen und mit uns gemeinsam feiern, tut das sehr gut.“

Ramadan in den nächsten Jahren

Während der Ramadan 2019 am 5. Mai begann, startete der Fastenmonat 2018 am 16. Mai und 2017 am 27. Mai. Der Ramadan 2020 wird vom 23. April bis 23. Mai dauern. Im darauffolgenden Jahr, 2021, dauert der Ramadan vom 12. April bis 11. Mai. (jkali/jha)

Leserkommentare (42) Kommentar schreiben