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Leseschwäche wegen WhatsApp und SMS? Das sagt ein Experte

WhatsApp: Diese drei Tricks muss man kennen

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Düsseldorf  Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes beobachtet eine Leseschwäche bei Schülern. Eine Erklärung sei das veränderte Leseverhalten.

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Wer Kinder auf dem Schulweg beobachtet, könnte meinen, dass Schüler heute vielleicht sogar mehr lesen als früher – nur eben auf dem Handy. Doch die Lesestärke wird dadurch offensichtlich nicht besser, sondern leidet sogar. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger hat dafür eine Erklärung.

Hunderte Kurznachrichten in sozialen Netzwerken seien der Grund die Leseschwäche, so der Experte. „Sie lesen halt keine Bücher mehr“, sagt Meidinger. Das zusammenhängende Lesen spiele nur noch eine geringe Rolle.

Stattdessen würden täglich Hunderte Kurznachrichten gelesen. „In sozialen Netzwerken spielt die Rechtschreibung keine Rolle“, sagte Meidinger. „Da wird eher der schief angesehen, der eine korrekte Rechtschreibung hat und sich die Mühe macht, Großbuchstaben zu schreiben.“

Mehr als jeder fünfte Viertklässler in Deutschland erfüllt bei Rechtschreibung laut einer Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) die Mindeststandards nicht.

Lehrer melden zunehmende Leseschwäche bei Schülern und Studenten

Lehrer gäben inzwischen sogar die Rückmeldung, dass Schüler Quellentexte oder literarische Texte nicht mehr verstehen. Das ziehe sich bis ins Studium, wo wissenschaftliche Texte nicht mehr verstanden würden und Studierende nicht mehr in der Lage seien, argumentative Texte zu verfassen.

Da dürfte es Experten und auch Eltern wohl beruhigen, wenn es weltweite Störungen bei Facebook, WhatsApp und Instagram gibt, wie zuletzt. Dabei werden Schüler wohl in Zukunft noch mehr digital kommunizieren. Nach dem Digitalpakt fragen sich Eltern: Bekommt mein Kind jetzt ein Schul-Tablet?

Dabei sorgen sich Eltern nicht nur um das Leseverhalten der Schüler, sondern auch darum, welche Inhalte sie auf Smartphones konsumieren. So wurden in den vergangenen Wochen immer wieder Fälle bekannt, in denen Schüler Kinderpornografie per WhatsApp verschickt hatten – an Klassenkameraden. (dpa/ac)

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