Ermittlungen

Kinder streiten in Kita um Dreirad – Mutter ruft die Polizei

Kitagarderobe: Beim Spielen in einer Hamburger Kita sorgte ein Dreirad für Ärger. Die Polizei rückte an (Symbolbild).

Kitagarderobe: Beim Spielen in einer Hamburger Kita sorgte ein Dreirad für Ärger. Die Polizei rückte an (Symbolbild).

Foto: Christian Charisius / dpa

Hamburg  Ein Streit von zwei Kindergartenkindern hat in Hamburg einen Polizeieinsatz ausgelöst. Es ging um ein Dreirad. Festnahmen gab es keine.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zwei Kinder, aber nur ein Dreirad – manchmal reicht diese Konstellation offenbar für einen Polizeieinsatz, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Denn in einer Kita im Hamburger Stadtteil Winterhude ist genau das am Dienstagnachmittag passiert.

Zwei Dreijährige waren wegen eines Gefährts aneinandergeraten, eines der Kinder soll dabei gekratzt worden sein. Für eine Mutter Grund genug, die Polizei zu rufen, wie die Polizei der Zeitung bestätigte.

Ein Streifenwagen wurde zur Kita gerufen. Anlass des Einsatzes: Streit. Die Beteiligten: zwei Dreijährige und ihre Mütter. Streitgegenstand: ein Dreirad. Es habe Verletzte gegeben. Eine Mutter bestehe auf der Anwesenheit der Polizei.

Auf eine Anzeige wurde verzichtet

Am Einsatzort trafen die Beamten die besorgte Mutter und die beiden Kinder an. Augenscheinlich hatte eines der Kinder tatsächlich eine gerötete Wange, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Über die exakte Schwere der Verletzungen sei ihm nichts bekannt.

„Unsere Kollegen haben die Situation vor Ort in einem Gespräch befrieden können“, so die Polizei. Niemand musste festgenommen werden, auf eine Anzeige wurde verzichtet.

Kita-Leiterin ist Vorfall peinlich

Kita-Geschäftsführerin Franziska Larrá war die Sache auch eher unangenehm, bestätigt den Vorfall aber ebenfalls. Ein Junge und ein Mädchen hätten gestritten, beide hätten minimale Schrammen im Gesicht gehabt.

„Es ist normalerweise nicht üblich, in solchen Fällen die Polizei zu verständigen“, so Larrá. Es gibt eine Mitteilung an die Eltern, das war’s. Im Übrigen habe es durchaus schon schwerere Konflikte (und Verletzungen) in den Kitas des gleichen Betreibers gegeben. Sie hätten aber ohne das Zutun der Polizei geklärt werden konnten.

Andere Kitas zeigen sich irritiert

Andere Kita-Träger zeigten sich verwundert. „Streit ist ein pädagogisches Grundthema. Deshalb fördern wir Kinder, Streit miteinander auszuleben. Sie sollen dabei lernen zu kommunizieren“, sagt Ulrike Muß, pädagogische Geschäftsführerin der Rudolf-Ballin-Stiftung, die 1900 Kita-Plätze in Hamburg zur Verfügung stellt.

„Das ist eigentlich etwas, das zwischen der Kita-Leitung und den Eltern geklärt werden müsste“, sagt Ralf Inzelmann. Als Geschäftsführer der Agilo-Kitas ist er für die 650 Kinder in Hamburg zuständig. Seiner Ansicht nach ist der Vorfall in Winterhude „ganz, ganz ungewöhnlich“.

In der Jugendhilfe sei ein Polizeieinsatz vorstellbar, sagt Inzelmann, aber dreijährige Kinder seien schließlich noch im Krippenalter, im Vergleich zu Jugendlichen könne man sie leichter auseinanderbringen. Streitereien gehörten jedoch zur Tagesordnung in Kitas.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben