Kahlschlag bei "Westfälischer Rundschau": Mitarbeiter protestieren

Die Mitarbeiter der "Westfälischen Rundschau" wollen die Schließung der Lokalredaktionen des Blattes nicht widerspruchslos hinnehmen. "Wir wollen wenigstens versuchen zu kämpfen", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Zeitung, Uwe Tonscheidt, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd.

Dortmund (dapd). Die Mitarbeiter der "Westfälischen Rundschau" wollen die Schließung der Lokalredaktionen des Blattes nicht widerspruchslos hinnehmen. "Wir wollen wenigstens versuchen zu kämpfen", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Zeitung, Uwe Tonscheidt, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd.

Für Samstag (19. Januar) sei eine Protestveranstaltung in Dortmund geplant, an der sich auch die Gewerkschaften beteiligten. Diese solle um 11.00 Uhr am "Rundschau"-Haus in der Innenstadt beginnen. "Wir hoffen, dass wir sehr viel prominente Unterstützung bekommen", sagte er.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die WAZ-Mediengruppe die Lokalredaktionen der "Westfälischen Rundschau" schließt. 120 Redakteure und Redaktionsmitarbeiter, die bislang für die 24 Lokalausgaben der Tageszeitung gearbeitet haben, verlieren ihren Job.

Bei den Kollegen herrsche "Fassungslosigkeit" über diese "radikale Maßnahme", die zuvor "mit keiner Silbe angedroht waren war" und zudem "radikal schnell umgesetzt" werden solle, sagte Tonscheidt. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie voraussichtlich bereits zum 1. Februar freigestellt werden. Das sei ein "absoluter Kulturbruch", sagte Tonscheidt - der existierende Sozialplan sehe eigentlich vor, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Die Berichterstattung wird ab Anfang Februar von anderen Verlagen sowie von Zeitungen der WAZ-Mediengruppe beigesteuert. Den gekündigten Mitarbeitern sollen nach den Ankündigungen der Geschäftsführung bevorzugt frei werdende Stellen in der WAZ-Gruppe in Nordrhein-Westfalen angeboten werden. Tonscheidt sagte, es sei das Mindeste, wenigstens einen Teil der Kollegen bei künftigem Personalbedarf unterzubringen.

dapd

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