Gericht

Missbrauch fraglich: Freispruch für 63-jährigen Bottroper

Freispruch für einen 63-jährigen Bottroper, dem sexueller Missbrauch eines Kindes im Jahr 2008 vorgeworfen wurde (Symbolbild).

Freispruch für einen 63-jährigen Bottroper, dem sexueller Missbrauch eines Kindes im Jahr 2008 vorgeworfen wurde (Symbolbild).

Foto: Uli Deck / dpa

Essen/Bottrop.  Freispruch für einen 63-jähriger Bottroper vor dem Landgericht. Der angebliche sexuelle Missbrauch eines Mädchens vor zehn Jahren konnte ihm nicht nachgewiesen werden.

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Fünffachen sexuellen Missbrauch eines Kindes hatte die Anklage dem 63 Jahre alten Bottroper vorgeworfen. Aber am Schluss des dreitägigen Prozesses vor dem Landgericht Essen blieb der 24. Strafkammer nur ein Ergebnis: Freispruch. Die Widersprüche in der Aussage der heute 22 Jahre alten Frau verhinderten die Verurteilung des Angeklagten.

Angeblicher Tatzeitraum vor zehn Jahren

Der angebliche Tatzeitraum liegt zehn Jahre zurück. Die damals Zwölfjährige hielt sich oft in der Wohnung des Angeklagten auf, weil sie mit dessen Tochter befreundet war. Mehrfach, so hatte sie Jahre später erzählt, habe er sie zu sich gerufen, wenn er in Unterwäsche am Computer saß. Dann habe er sie begrapscht und sei anzüglich geworden.

Ein erstes psychologisches Glaubwürdigkeitsgutachten hatte keine größeren Zweifel an der Aussage der Frau. Doch nachdem die Gutachterin erkrankt war, hatte das Gericht eine andere Psychologin beauftragt. Und Simone Mussavi kam zu einem eindeutigen Ergebnis. Sie wies den Prozessbeteiligten nach, dass sie im Kern vier unterschiedliche Versionen von der Frau gehört hätten. Niemand könne sagen, ob eine davon wahr sei.

Richterin: Tat ist dem Angeklagten nicht nachzuweisen

Staatsanwältin Alexandra Rott und Verteidiger Thorsten Rühl beantragten entsprechend einen Freispruch. Selbst Rechtsanwalt Alfred Voigt, der die 22-Jährige in der Nebenklage vertrat, verzichtete darauf, die Verurteilung des Angeklagten zu fordern. Er stelle ein Urteil ins Ermessen des Gerichtes, sagte er. Karin Maiberg, Vorsitzende der Strafkammer, begründete den Freispruch mit den Worten, dass die Tat dem Angeklagten nicht nachzuweisen sei.

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