Justiz

Sauer auf seinen Chef: Paketbote stiehlt und verkauft Rolex

Unterschlagung und Betrug: Justizia hatte alle Hände voll zu tun.

Unterschlagung und Betrug: Justizia hatte alle Hände voll zu tun.

Foto: Kurt Michelis

Wetter.   Ein früherer Paketbote ließ eine teure Uhr verschwinden und verkaufte sie über ein Online-Auktionshaus. Jetzt stand er deshalb vor Gericht.

Wut auf seinen Chef, finanzielle Probleme und eine günstige Gelegenheit – eine fatale Mischung, die einen jungen Mann im vergangenen Jahr erneut schwach werden ließ. Der frühere Paketbote ließ eine teure Uhr verschwinden und verkaufte sie über das Internet-Auktionshaus eBay. Unterschlagung und Betrug wurden ihm nun vor dem hiesigen Amtsgericht vorgeworfen.

Zum Beweis, dass sich die reparaturbedürftige Damen-Armbanduhr der Marke Rolex wirklich in dem Päckchen an die Werkstatt befand, verschloss es der Absender am 30. August 2017 in Wetter vor den Augen des Boten. Der nutzte die Chance. Als das Paket in der Werkstatt eintraf, war es leer. Die Uhr, die noch einen Wert von etwa 4500 Euro besaß, verkaufte der 26-Jährige für bis zu 2150 Euro. Sie tauchte später über Umwege in Frankfurt auf.

Keinen Lohn erhalten

„Ich habe die Uhr entwendet. Ich stehe dazu“, erklärte er nun in seiner Verhandlung. Damals habe er entweder gar keinen Lohn erhalten oder wenn, viel zu spät. Er sei sauer auf seinen Arbeitgeber gewesen. Aber das sei kein Grund, so eine Tat zu begehen. „Das war nicht richtig von mir. Ich konnte nicht mehr schlafen. Es ließ mir keine Ruhe.“ Tatsächlich habe er für die Uhr 1400 Euro erhalten. Und er sei sich bewusst, dass er den tatsächlichen Wert bezahlen müsse. Er bereue das Ganze sehr. Er habe sich auch bereits vorhin auf dem Gerichtsflur bei dem Geschädigten entschuldigt. Mittlerweile lebe er in einer anderen Stadt, habe sich von seinem alten Umfeld komplett gelöst, habe einen festen Job und kümmere sich um seine Familie. „Es tut mir wirklich von ganzem Herzen leid. Und das sage ich auch nicht einfach so.“

Drei einschlägige Vorstrafen und der erhebliche materielle und auch emotionale Schaden wirkten sich letztlich strafschärfend aus. Für den Angeklagten sprachen sein frühes Geständnis, die Einsicht, der Wandel und die Entschuldigung vor dem Termin. „Ich nehme Ihnen Ihre Reue ab und glaube, dass Sie gemerkt haben, dass Sie einen riesigen Fehler gemacht haben. Sie sind auf einem guten, auf dem richtigen Weg“, erklärte Richterin Yvonne Brune.

Angeklagter bedankt sich

Angesichts der positiven Aspekte blieb es in dem Fall bei 80 Tagessätzen à 40 Euro Geldstrafe. Darüber hinaus wurde die Einziehung von 2150 Euro Wertersatz angeordnet. Der Angeklagte erkannte die Chance und akzeptierte seine Strafe. Da auch die Vertreterin der Anklage auf Rechtsmittel verzichtete, wurde das Urteil umgehend rechtskräftig. Der 26-Jährige verließ den Gerichtssaal mit einem erleichterten „Dankeschön“.

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