Prozess

Anklage: Vermieter fasste Sohn der Mieterin unsittlich an

Der Prozess am Landgericht Essen wird fortgesetzt.

Der Prozess am Landgericht Essen wird fortgesetzt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen/Gelsenkirchen  Hilfsbereit war er, passte schon mal auf den Sohn seiner Mieterin auf. Jetzt steht der 63-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht.

Der 14-Jährige sagt nur zögernd, was der Mann auf der Anklagebank gemacht haben soll. Denn eigentlich hatte er früher ein gutes Verhältnis zu dem 63-Jährigen, der schon mal auf ihn aufpasste, als die Mutter des Kindes arbeiten war. Und es wird ihm peinlich sein, was er zu erzählen hat. Denn zweimal, so die am Mittwoch vor dem Landgericht Essen vorgelesene Anklage, soll der Angeklagte den Jungen unsittlich angefasst haben.

Im Gelsenkirchener Ortsteil Heßler lebten der Junge und der Angeklagte unter einem Dach. Der 63-Jährige war in dem Mehrfamilienhaus der Vermieter der Wohnung, in der der Junge mit seiner Mutter wohnte. So kam es, dass der Mann schon mal aushalf.

Missbrauch soll bei "Alarm für Cobra 11" begonnen haben

Die beiden angeklagten Taten liegen zwei Jahre zurück. Zwölf Jahre alt war der Junge damals. Beim ersten Mal soll er mit dem Älteren im Wohnzimmer auf der Couch gesessen haben. Im Fernseher lief auf RTL „Alarm für Cobra 11“. Fast beiläufig soll der Angeklagte begonnen haben, den Jungen zu kitzeln.

Unvermittelt, so heißt es in der Anklage, habe der Mann seine Hand von hinten unterhalb der Kleidung in die Hose des Kindes gesteckt. Kurz verweilte sie dort, dann zog er die Hand wieder heraus.

Zweite Tat beim Kochen in der Küche

Einige Zeit später, an einem anderen Tag, saßen sie in der Küche. Der Mann soll eine Mahlzeit zubereitet und der Junge am Tisch gesessen haben. Der Mann kam plötzlich zu ihm. Wieder begann es mit Kitzeln, heißt es, wiederum steckte der Angeklagte seine Hand hinten in die Hose des Kindes.

Diesmal soll der Junge ausdrücklich gesagt haben, das er das nicht wolle. Der Angeklagte soll tatsächlich aufgehört, die Äußerung des Jungen aber kommentiert haben: „Ach Gott, das ist doch nur wie Bein oder Arm.“

Anklage spricht von weiteren Versuchen

Neben diesen konkreten Vorwürfen gibt es laut Staatsanwaltschaft noch mehrere Versuche, sich dem Jungen sexuell zu nähern. Doch sie alle scheiterten.

Der 63-Jährige ist bislang nicht vorbestraft. Früher gab es wohl mal Ermittlungsverfahren gegen ihn in ähnlicher Sache in Essen und Trier. Doch beide Verfahren wurden eingestellt, weil es keine ausreichenden Beweise gab. Der Prozess wird fortgesetzt.

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