Naturheilkunde

Diese elf Hausmittel helfen bei der lästigen Erkältung

Diese Hausmittel helfen bei Erkältungen

Hausmittel gegen Erkältung

Hausmittel gegen Erkältung

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Berlin  Winterzeit, Erkältungszeit. Mit gemeinem Schnupfen haben derzeit viele Menschen zu kämpfen. Wir zeigen Hilfsmittel im eigenen Haushalt.

Weniger Licht, weniger Wärme, dafür trockene Heizungsluft und triefende Nasen in der ganzen Stadt: In der kalten Jahreszeit hat es unser Körper im Duell mit Krankheitserregern nicht leicht. Unterstützung im Kampf gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit findet man aber nicht nur in der Apotheke – sondern auch bei einem Blick in den eigenen (Küchen-)Schrank.

Dr. Annette Kerckhoff ist für den Verein Natur und Medizin in der Patientenberatung tätig und unterrichtet bei der Berliner Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst im Bereich Gesundheitsförderung. Wir haben mit der Heilpraktikerin und Gesundheitswissenschaftlerin über Tipps für Vorbeugung und Versorgung mit Hausmitteln in der Erkältungszeit gesprochen.

Wärme

Wie der Name schon nahelegt, hilft es, den Körper warm zu halten, um Erkältungen vorzubeugen und sie zu bekämpfen. Besonders wichtig laut Anne Kerckhoff: warme Füße. „Die alten Naturheilkundlier sind sich einig, dass ein Zusammenhang zwischen Füßen und Nase besteht.“ Warme Schuhe, Einlagen, dicke Socken können da genauso helfen wie ein warmes Fußbad. „Eine Handvoll Löffel Salz im Bad kann dabei auch noch die Durchblutung anregen“, sagt Annette Kerckhoff. Das heiße Vollbad empfiehlt die Heilpraktikerin ebenfalls – wenn es der Kreislauf zulässt. Danach ins Bett, gut zudecken und etwas Warmes trinken.

Schärfe

Nicht nur von außen kann man den Körper wärmen. Ein sehr wirksamer Wärmespender wegen seiner Scharfstoffe ist Ingwer. „Er wirkt sehr erwärmend und regt dabei auch noch die Immunabwehr an“, sagt Annette Kerckhoff. Ingwertee aus frischem Ingwer wärmt nachhaltig und regt den Stoffwechsel an; wer unterwegs ist, könne sich auch mit Kauen von gefriergetrocknetem oder kandiertem Ingwer helfen, sagt Annette Kerckhoff. Generell haben scharfe Speisen eine wärmende Wirkung. Ein Tipp der Expertin: Meerrettich, zum Beispiel als Belag aufs Brot.

Zitrone

Die heiße Zitrone ist eins der bekanntesten Hausmittel gegen Erkältung – allerdings, sagt Annette Kerckhoff, nicht nur wegen des Vitamingehalts. „Vitamin C ist sehr labil, was Hitze angeht. Im heißem Wasser gehen die Vitamine zum Teil kaputt.“ Das Zusammenspiel des restlichen Vitamingehalts und der weiteren Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Fruchtsäuren und ätherisches Öl, macht die Zitrone trotzdem zu einer wirkungsvollen Abwehrhilfe – vor und während der Erkältung.

Als alternativen Vitamin-C-Lieferanten schlägt Annette Kerckhoff Sanddorn vor. Die gelb-roten Früchte des Sanddorns, auch Sandbeere genannt, enthalten bis zu 15 Mal mehr Vitamin C als Zitronen und schmecken nicht ganz so sauer wie die Zitrusfrüchte. Richtig sauer ist reiner Sanddornsaft, lecker schmeckt aber auch eine Fruchtsoße mit Sanddorn.

Die regelmäßige Einnahme von hohen Dosen synthetischen Vitamin Cs, etwa aus Nahrungsergänzungsmitteln, sieht die Expertin eher kritisch: „Mittlerweile weiß man, dass hohe Dosen Vitamin C beim Durchschnittsmenschen keinen Einfluss darauf haben, ob eine Erkältung ausbricht. Allerdings wird der Verlauf etwas verkürzt.“

Hühnersuppe

Sie wärmt nicht nur auf und schmeckt, sondern ist auch noch gut für das Immunsystem. „Es ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass die Inhaltsstoffe der Hühnersuppe gut für die Abwehrkräfte sind“, sagt Annette Kerckhoff.

Wer den heilsamen Effekt nutzen möchte, sollte aber auf eine selbstgemachte, mit einem Suppenhuhn gekochte Suppe setzen. Die gelösten Inhaltsstoffe wirken unter anderem entzündungshemmend. Wichtig: Lange köcheln lassen, ruhig mehrere Stunden. Das mitgekochte Gemüse wird nicht mehr gegessen, dafür kann man kurz vor dem Servieren noch eine Gemüseeinlage zugeben und mitkochen lassen. Als Gewürze bieten sich an: Ingwer, Rosmarin (gut für den Kreislauf), Thymian (antibakteriell).

Nasendusche

Für die Nasenschleimhäute ist eine Nasendusche mit Salzwasser gleich in mehrfacher Hinsicht eine Wohltat – bei Schnupfen und auch zur Vorbeugung in Zeiten trockener Heizungsluft. Sie spült die Nebenhöhlen durch, befeuchtet die Schleimhäute und versorgt sie mit Mineralien.

Dabei muss man allerdings sowohl auf die Salzkonzentration im Wasser als auch auf die Qualität des Salzes achten. Ist zu viel Salz im Wasser, kann die Lösung dem Körper Wasser entziehen. Nimmt man minderwertiges Salz, etwa einfaches Kochsalz, enthält die Lösung kaum Mineralien. „Da lohnt sich schon der Gang in den Bio-Laden und der Griff zu einem hochwertigen Salz“, rät Annette Kerckhoff. Nasenduschen sind indes in jeder Apotheke erhältlich, ebenso Tütchen mit Salz. Wer selbst mischen will: rund ein Drittel Teelöffel Salz auf 250 ml Wasser. Dabei erst das Salz in heißem Wasser auflösen, dann mit kühlem Wasser auffüllen, bis die Lösung lauwarm ist.

Öl

Genau wie die Nase ist der Mund für Krankheitserreger eine große Eintrittspforte in den Körper. Für eine gründliche Reinigung des Mundraums empfiehlt Annette Kerckhoff das so genannte „Öl ziehen“. Dafür nimmt man einen Teelöffel Öl in den Mund, behält ihn fünf bis zehn Minuten im Mund und zieht ihn immer wieder durch die Zähne.

„Das Öl nimmt zunächst alle fettlöslichen Erreger auf, später emulgiert es und nimmt auch noch die wasserlöslichen mit“, erklärt die Expertin. Mund ausspülen (Toilette), Zähne putzen – fertig ist die Mundreinigung. „Man kann das zum Beispiel unter der Dusche machen, dann verschenkt man keine Zeit“, rät Annette Kerckhoff. Das Ölziehen ist auch gut für die Mundgesundheit – ein guter Nebeneffekt.

Kamille

Wenn einen der Schnupfen mal erwischt hat und sich die Atemwege entzündet anfühlen, kann ein Dampfbad mit Kamille Linderung bringen. „Kamille hat Allrounder-Qualitäten und wirkt vor allem entzündungshemmend“, sagt Annette Kerckhoff. Bei fest sitzendem Schnupfen, bei dem die Atemwege im Kopf gar nicht erreichbar sind, mache das Bad allerdings weniger Sinn. „Da könnte man zunächst mit Wärme einwirken, zum Beispiel mit einer Rotlicht-Lampe,“ sagt Kerckhoff. Das Dampfbad sollte erst eingesetzt werden, wenn die Nase wieder etwas freier ist.

Auch bei Magenproblemen und in Hustentees könne man die Kamille gut verwenden, denn sie wirkt durch Schleime beruhigend und durch das ätherische Öl krampflösend. Allerdings sei gerade bei der Kamille angebracht, auf Apotheken-Qualität zu setzen, sowohl bei dem Extrakt als auch bei den Blüten. „Nur da kann ich sicher sein, dass auch noch alle ätherischen Öle enthalten sind und vor allem die richtige Kamillenart verwendet wird.“, sagt Annette Kerckhoff.

Zwiebeln

Antibakteriell, entzündungshemmend – die Inhaltsstoffe der Zwiebel machen die Knolle zu einem alten und vielfach eingesetzten Hausmittel. Altbewährt: ein Hustensaft, für den man nur eine normale Speisezwiebel und weißen Zucker benötigt. Aus einer Zwiebel kann man etwa eine Tagesration Hustensaft herstellen.

Zwiebel schälen, klein schneiden, mit Zucker bestreuen, beides zusammen in ein verschließbares Behältnis geben, schütteln und ein paar Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Den entstandenen Sirup kann man dann noch durch ein (Tee-)Sieb filtern – und den Saft in Teelöffel-Portionen drei- bis viermal am Tag einnehmen. „Wichtig ist, dass man den Saft langsam runterschluckt, dann kann sich auch noch ein Schmierfilm auf die entzündeten Stellen legen“, sagt Annette Kerckhoff. Der Saft ist im Kühlschrank gut einen Tag haltbar.

Besonders wirksam ist die Zwiebel übrigens in Kombination mit Fett. Daher kann man sich auch eine Zwiebelsalbe selber herstellen: Zwiebel klein schneiden, in Butter (besser noch: ungewürztes Bioschmalz) in der Pfanne ausziehen lassen, abseihen und mit der noch warmen „Salbe“ Brust und Rücken einschmieren. Mit einem alten (sauberen) Baumwolltuch abdecken.

Auch als Mittel gegen Ohrenschmerzen hat sich die Zwiebel bewährt. Dafür einfach nur grob eine geschnittene Zwiebel in ein Küchentuch einschlagen und auf das schmerzende Ohr legen. Noch besser: die Auflage hinter und vor dem Ohr anlegen. Das geht am einfachsten, wenn man die Zwiebel in einen Schlauchverband oder auch in eine einzelne Socke einschlägt. Bitte keine zusätzliche Wärme einsetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass das Trommelfell platzt.

Thymian

Thymian macht sich nicht nur gut als Gewürz, sondern auch als Heilmittel. Dr. Annette Kerckhoff empfiehlt Thymiantee bei tief sitzendem Husten. Generell hilft es, bei Husten viel zu trinken, Heilpflanzen wie Thymian und Kamille lindern aber zusätzlich Entzündungen der Atemwege und töten Krankheitserreger ab. „Alle Hustentees kann man gut mit Zitrone und Honig kombinieren, um dem Tee noch die Wirkung von Vitaminen und die Schutzwirkung des Honigs zu geben“, sagt die Expertin.

Honig

Honig macht im Tee nicht nur als Süßungsmittel Sinn. Zum einen tötet er Bakterien ab, zum anderen verleiht er Getränken eine „schmierende“ Wirkung: sie werden etwas dickflüssiger. Wenn man den gesüßten Tee (oder auch mal einen Löffel Honig pur) langsam schluckt, legt er sich wie ein Schutzfilm auf die entzündeten Stellen im Rachen und im Hals.

Beim Honig gilt aber wie bei der Zitrone: Einige Inhaltsstoffe, darunter auch die Bakterien-Bekämpfer, können bei zu großer Hitze verloren gehen. Daher bietet sich an, den Honig erst in den abgekühlten Tee einzurühren.

Kartoffeln

Husten lässt sich nicht nur von innen bekämpfen, sondern auch von außen – etwa mit einer Kartoffel-Auflage. „Kartoffeln bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und sind daher ein guter Wärmespeicher“, erklärt Annette Kerckhoff.

Für eine wärmende Auflage etwa vier Kartoffeln kochen und etwas abkühlen kühlen lassen. Auf dem Tisch die Auflage vorbereiten: erst ein Frottee-Handtuch, darauf ein Geschirrhandtuch und darauf zwei Blätter einer Papier-Küchenrolle (dann kann man die Auflage später besser entsorgen). Darauf kommen die Kartoffeln, dann wieder die Blätter der Küchenrolle. Das Geschirrhandtuch wird eingeschlagen und nun die Kartoffeln zerdrückt, bis sie eine etwa ein Zentimeter dicke Schicht bilden. Das Ganze möglichst fixieren (Leukoplast) und in das Frotteehandtuch einschlagen. Mit der einlagigen Stoffseite auflegen. Wichtig: Die Auflage kann sehr heiß sein, daher die Temperatur an der Innenseite der Unterarme prüfen.

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Am besten platziert man je eine Auflage sowohl auf der Brust als auch auf dem Rücken. Auf dem Rücken sollte allerdings in der Mitte einen Streifen für die Wirbelsäule frei bleiben. „Die feuchte Wärme zieht in die Haut ein und hilft bei Husten, den Schleim zu lösen. Außerdem geben die Kartoffeln über den Wasserdampf Mineralstoffe ab, das entsäuert über die Haut“, sagt Annette Kerckhoff. Insgesamt wirke die Auflage „sehr entspannend, angenehm und wohltuend“. „Das muss man einfach ausprobieren.“