Robert-Koch-Institut

RKI: Reproduktionszahl steigt leicht, neue Corona-Fallzahlen

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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Berlin.  Der R-Wert ist wieder leicht gestiegen, liegt aber unter der wichtigen Marke von 1. Die aktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Instituts.

  • Etwa 184.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden
  • Das gab das Robert Koch-Institut am Mittwoch, 19. Juli bekannt
  • Laut RKI haben sich in Deutschland 198.178 Menschen seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert (Stand 10. Juli), das sind 395 Infektionen mehr als am Vortag
  • 9.054 Menschen sind laut RKI in Deutschland an Covid-19 gestorben
  • Die Reproduktionszahl (R-Wert) ist gesunken. Obwohl die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf einem niedrigen Niveau sind, beeinflussen lokale Häufungen den R-Wert stark
  • Der 7-Tage-R-Wert liegt bei 0,90 (Stand 10. Juli)
  • Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland? Alle aktuellen Fall- und Kennzahlen des Robert Koch-Instituts gibt es hier im Überblick

In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 9054 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben – ein Plus von sechs im Vergleich zum Vortag (Stand 10. Juli). Insgesamt haben sich den Gesundheitsämtern zufolge 198.178 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt.

Zuletzt wurden 395 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Stand 10. Juli). Etwa 184.000 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Die vom RKI täglich aktualisierte Reproduktionszahl liegt bei 0,80 (Stand 10. Juli). Damit ist der R-Wert im Vergleich zum Vortag (0,66) wieder leicht gestiegen, liegt aber weiterhin unter dem als kritisch geltenden Wert von 1. Ein Infizierter steckt damit im Mittel weniger als einen weiteren Menschen an.

RKI-Fallzahlen und Reproduktionszahl für Deutschland

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert derzeit bei 0,90 (Vortag: 0,86). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. Lesen Sie hier: Neuer Schweinegrippe-Virus entdeckt – droht nach Corona neue Pandemie?

Obwohl die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf einem niedrigen Niveau sind, beeinflussen lokale Häufungen den R-Wert stark. Der Wert reagiere auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen empfindlich, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. Dies kann insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen, so das RKI.

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt. Liegt der Wert unter eins, verringert sich die Zahl der Neuinfektionen. Liegt er darüber, breitet sich das Virus weiter aus. Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Corona-Zahlen: Das sind die Unterschiede

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Laut JHU haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 198.178 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 10. Juli). Die JHU zählte zudem 9054 Corona-Tote in Deutschland. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen – Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde ihre Aufstellung nur einmal täglich, die JHU ihre eigenen Zahlen jedoch laufend.

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen, Datenstand 9. Juli):

  • Baden-Württemberg: 35.990
  • Bayern: 49.086
  • Berlin: 8586
  • Brandenburg: 3452
  • Bremen: 1688
  • Hamburg: 5231
  • Hessen: 11.104
  • Mecklenburg-Vorpommern: 803
  • Niedersachsen: 13.791
  • Nordrhein-Westfalen: 44.645
  • Rheinland-Pfalz: 7126
  • Saarland: 2812
  • Sachsen: 5469
  • Sachsen-Anhalt: 1905
  • Schleswig-Holstein: 3202
  • Thüringen: 3288

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zu Beginn der Corona-Krise zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als zu Beginn des Jahres und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler.

Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

Weitere Informationen zur Corona-Krise:

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