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Corona: Seehofer will Grenzkontrollen ab Mitte Juni beenden

Schwedens Chef-Virologe hält Sonderweg grundsätzlich für richtig

Der schwedische Chef-Virologe Anders Tegnell hält den Sonderweg seiner Regierung in der Corona-Krise grundsätzlich für richtig. Dies sagte Tegnell vor Journalisten in Stockholm. Zuvor hatte er in einem Interview mit Sveriges Radio Verbesserungspotential beim Corona-Kurs eingeräumt.

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Berlin.  Eine Aufhebung der Grenzkontrollen planten laut Horst Seehofer auch die Mehrheit seiner EU-Kollegen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die wichtigsten Nachrichten zur Corona-Krise:

  • Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie leicht auf 13,3 Prozent gesunken
  • Die EU-Staaten wollen alle Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise bis Ende Juni aufheben
  • Der italienische Außenminister wirbt nach Gesprächen mit Heiko Maas (SPD) für Italien als sicheres Urlaubsland
  • Die deutschen Grenzkontrollen zu anderen europäischen Staaten sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister Horst Seehofer Mitte des Monats wegfallen
  • Das neue Corona-Konjunkturpaket mit 130 Milliarden Euro steht. Die Wirtschaftsweisen üben aber Kritik
  • Eine Umfrage zeigt, dass die Deutschen einem Corona-Impfstoff skeptisch gegenüber stehen
  • Das Wissenschaftsjournal „The Lancet“ hat eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin zurückgezogen
  • Weltweit haben sich mehr als 6,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert
  • In Deutschland sind nach unseren Recherchen fast 185.000 Infektionen registriert worden, mehr als 8600 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben

Wann gibt es den ersehnten Corona-Impfstoff? Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet damit noch im Laufe des Jahres 2020. „Am wichtigsten ist ein Impfstoff. Es heißt, das könne bis Jahresende gelingen. Ich habe die Hoffnung, dass es vielleicht auch schneller geht“, sagte der Innenminister unserer Redaktion. Er sei davon überzeugt, dass die große Mehrheit der Bürger geimpft werden möchte. „Ich bin nicht dafür, eine Impfung vorzuschreiben“, stellte Seehofer klar

Die EU-Staaten wollen zudem alle Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise bis Ende Juni aufheben. Wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag nach einer Video-Konferenz mit seinen EU-Kollegen sagte, werde dann die „volle Freizügigkeit“ im Schengenraum wieder hergestellt sein.

Für die Kontrollen innerhalb Europas will Seehofer am Mittwoch im Kabinett einen Vorschlag unterbreiten. Ihm zufolge will Deutschland anstreben, alle Kontrollen zu EU-Ländern bis zum 15. Juni aufzuheben. Dies plane auch die Mehrheit seiner EU-Kollegen, sagte der Minister.

Die Spitzen der großen Koalition haben sich auf ein 130 Milliarden schweres Konjunkturpaket geeinigt. Wer vom Konjunkturpaket profitiert, lesen Sie hier. Die sogenannten Wirtschaftsweisen üben aber Kritik, vor allem am Kinderbonus.

Corona-News-Ticker: Alle Entwicklungen im Überblick

Die Reproduktionszahl in Deutschland ist wieder gesunken, die Zahl der Neuinfektionen hält sich derzeit ebenfalls auf niedrigem Niveau. Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionszahl.

Freitag, 5. Juni: Brasilien hat weltweit dritthöchste Zahl von Corona-Toten

22.00 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erwartet von der Wirtschaft, dass sie die vereinbarte Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weitergibt. Er „vertraue darauf, dass sich alle wie der Verband der Automobilhersteller dazu verpflichten“, sagte Seehofer unserer Redaktion. Das Wirtschaftsförderprogramm zeige „dass die Koalition, die viele schon abgeschrieben hatten, erst bei der Bewältigung der Corona-Krise auf dem Zenit ihres Schaffens ist“, so Seehofer.

Über das Umfragehoch der Unionsparteien sagte er, die Zahlen zeigten, „dass das Potenzial der Union um die 40 Prozent liegt.“ Die Werte seien das Produkt eines guten Krisenmanagements. Er würde sie nicht überhöhen, sie könnten sich ändern, „wenn die Krise wieder in den Hintergrund rückt“.

Coronavirus in Großbritannien: Mehr als 40.000 Tote

18.59 Uhr: Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Großbritannien am Freitag auf mehr als 40.000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas.

Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48.000.

16.38 Uhr: Schleswig-Holstein hat seine Corona-Auflagen weiter gelockert. Von Montag an dürfen touristische Anbieter wieder Busreisen, also etwa Ausflugsfahrten, anbieten. Dies gilt bei einer Belegung von maximal 50 Prozent der Sitzplätze, beschloss die Landesregierung am Freitag.

16.04 Uhr: Ein katholischer Priester aus Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben seiner Kirchengemeinde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mann hatte sehr viele Kontakte zu Menschen, etwa bei Gottesdiensten in Demmin, Stralsund und Grimmen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte.

15.55 Uhr: Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht hat die vom Land angeordnete häusliche Quarantäne für Auslandsrückkehrer außer Vollzug gesetzt. Das Land dürfe nicht pauschal für Rückkehrer aus Nicht-EU-Ländern eine 14-tägige Quarantäne anordnen, entschied das OVG am Freitag in einem Eilverfahren. Es könne aber Risikogebiete ausweisen, bei denen die Verhängung einer Quarantäne gerechtfertigt sei.

15.18 Uhr: Hoffnungsschimmer für die US-Wirtschaft: Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie leicht auf 13,3 Prozent gesunken. Im April hatte die Quote noch bei 14,7 Prozent gelegen, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 2,5 Millionen angestiegen, hieß es.

„Die Zahlen sind unglaublich“, schrieb Präsident Donald Trump auf Twitter. Die Zahlen seien „erstaunlich“ und sprengten jede Vorstellungskraft, schrieb er weiter. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit kam überraschend: Die meisten Analysten hatten mit einem Anstieg auf etwa 20 Prozent gerechnet.

Schlachthof-Mitarbeiter in Wittlich positiv auf Coronavirus getestet

15.03 Uhr: Ein Mitarbeiter eines Schlachthofs in Wittlich bei Trier ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Der Mann sei zuvor zwei Wochen in Heimaturlaub in Rumänien gewesen und am Pfingstwochenende gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern nach Wittlich zurückgekehrt, teilte die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich am Freitag mit. Die vier Mitarbeiter hätten seitdem in einer „Quarantäne-Wohnung“ in Wittlich gewohnt. Bei den anderen drei Mitarbeitern seien die Tests negativ ausgefallen – sie müssten sich aber am Montag erneut testen lassen, hieß es.

14.16 Uhr: Die EU-Staaten wollen alle Reisebeschränkungen wegen der Corona-Krise bis Ende Juni aufheben. Wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag nach einer Video-Konferenz mit seinen EU-Kollegen sagte, werde dann die „volle Freizügigkeit“ im Schengenraum wieder hergestellt sein. Das weitgehende Einreiseverbot für Menschen aus Drittstaaten dürfte demnach um 14 Tage bis zum 1. Juli verlängert werden. Hierzu werde die EU-Kommission kommende Woche einen Vorschlag machen.

Danach werde es dann „eine differenzierte Lösung“ je nach Epidemie-Lage in den Ländern außerhalb Europas geben, sagte Seehofer. Er nannte dabei als Beispiele Brasilien, USA und Russland, wo noch viele Corona-Fälle verzeichnet werden.

Für die Kontrollen innerhalb Europas will Seehofer am Mittwoch im Kabinett einen Vorschlag unterbreiten. Ihm zufolge will Deutschland anstreben, alle Kontrollen zu EU-Ländern bis zum 15. Juni aufzuheben. Dies plane auch die Mehrheit seiner EU-Kollegen, sagte der Minister. Ein kleinerer Teil der EU-Staaten wolle die Kontrollen noch bis Ende Juni fortführen. Danach würden die Binnengrenzkontrollen aber „in ganz Europa zu Ende“ sein.

Italienischer Außenminister würdigt deutsche Hilfe für Italien

14.00 Uhr: Am Freitag hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit seinem italienischen Amtskollegen Luigi Di Maio in Berlin zu Gesprächen getroffen – die erste Auslandsreise von Di Maio seit Beginn der Pandemie. Ab 15. Juni solle es keine Reisewarnung für Italien mehr geben, sagte Heiko Maas bei der anschließenden Pressekonferenz. Di Maio warb unterdessen für Italien als sicheres Urlaubsland.

Di Maio würdigte zudem die deutsche Hilfe für Italien. „Die Unterstützung Deutschlands für unser Land hat in der gesamten Zeit der Pandemie eigentlich nie gefehlt“, sagte er. „Es hat hier umfangreiche Bezeugungen der Unterstützung und der Solidarität gegeben.“ Zu Beginn der Corona-Krise im Februar und März hatte es aus Italien scharfe Kritik an Deutschland gegeben. Vor allem ein deutscher Exportstopp für Atemschutzmasken, Schutzanzüge und -brillen sorgte für Unmut.

13.14 Uhr: Nach massiver Kritik an einer Studie zur Wirksamkeit des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin bei Coronavirus-Infektionen haben drei der vier Autoren ihren Rückzug aus der Studie erklärt. Als einziger Studienautor blieb am Donnerstag der Gefäßchirurg Sapan Desai, dessen weitgehend unbekannte Firma Surgisphere die Patientendaten für die Studie geliefert hatte.

12.54 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die von der Regierungskoalition beschlossene vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer kritisiert. „Für eine in der Breite wirksame Reform der Einkommensteuer inklusive Abschaffung des Solidaritätszuschlags wäre das viele Geld besser investiert“, sagte Lindner unserer Redaktion. Eine Senkung der Mehrwertsteuer sei mit bürokratischem Aufwand und mit einer „unklaren Weitergabe an die Konsumenten“ verbunden.

Lindner betonte: „Statt einer nur befristeten Einmalmaßnahme hätten wir zu einer dauerhaften Stärkung der privaten Haushalte geraten. Denn mit dem vielen Geld wird keine Zukunftsfähigkeit erreicht.“

Tuifly halbiert Flotte wegen Corona

12.07 Uhr: Der mit einem staatlichen Milliardenkredit gestützte Reisekonzern Tui will seinen deutschen Ferienflieger Tuifly wegen des hohen Spardrucks in der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe den Mitarbeitern entsprechende Pläne vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag. Ziel sei es, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren und mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zu schließen. Wie viele Jobs wegfallen müssen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern. Mehr dazu hier: TUIfly halbiert Flotte wegen Corona: Hunderte Jobs in Gefahr

11.49 Uhr: Die Deutschen machen sich am wenigsten Sorgen um Gesundheit und persönliches Einkommen. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar in einer repräsentativen Befragung ermittelt, die unserer Redaktion vorliegt. Wenn es hingegen um die Impfung gegen das Coronavirus geht, sind die Bundesbürger vergleichsweise vorsichtig. Lediglich 67 Prozent würden sich impfen lassen. Lesen Sie hier: Deutsche skeptisch bei Impfstoff gegen Coronavirus

10.49 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat Spekulationen über eine mögliche fünfte Amtszeit erneut eine klare Absage erteilt. Auf die Frage, ob sie darüber nachdenke, angesichts der noch nicht bewältigten Corona-Krise für eine nächste Kanzlerkandidatur zur Verfügung zu stehen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag am Ende der ZDF-Sendung “Was nun, Frau Merkel”: “Nein. Nein. Wirklich nicht.” Ihr Nein zu dieser Frage stehe “aber ganz fest”, sagt sie sehr vehement – und lacht.

YT- Merkel erteilt fünfter Amtszeit Absage

10.26 Uhr: Er ist der teuerste Fußballer weltweit – dennoch haben die brasilianischen Behörden Star-Stürmer Neymar zunächst umgerechnet 105 Euro als Corona-Hilfe zugestanden. Der vorläufige Bescheid über die Unterstützungszahlung, die eigentlich Geringverdienern durch die Corona-Krise helfen soll, ging laut einem Medienbericht auf einen Diebstahl der Daten des Nationalspielers zurück. Neymars Name, Geburtsdatum und seine Ausweisnummer seien genutzt worden, um die Corona-Hilfe der brasilianischen Regierung zu beantragen, berichtete das Online-Portal „UOL“ am Donnerstag.

Brasilien: Dritthöchste Zahl an Todesopfern nach Corona-Infektionen

4.20 Uhr: Brasilien ist inzwischen das Land mit der weltweit dritthöchsten Zahl von verzeichneten Todesopfern der Corona-Pandemie. Laut offiziellen Zahlen vom Donnerstag stieg die Zahl der Corona-Toten in dem südamerikanischen Land um weitere 1473 Fälle auf 34.021. Brasilien setzte sich damit vor Italien, wo die Zahl bei etwa 33.600 lag.

Die Länder mit der weltweit höchsten Zahl registrierter Todesopfer der Coronavirus-Infektion sind die USA und Großbritannien. In den Vereinigten Staaten gab es bis Donnerstag rund 108.000 registrierte Todesfälle, in Großbritannien etwa 39.900.

3.08 Uhr: Die argentinische Regierung hat die weitgehenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus im Großraum Buenos Aires um weitere drei Wochen verlängert. In dem Ballungszentrum rund um die Hauptstadt müssen die Menschen bis zum 28. Juni grundsätzlich weiterhin zu Hause bleiben, wie Präsident Alberto Fernández sagte.

Erlaubt sind lediglich Einkäufe in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Angestellte in als essenziell eingestuften Berufen und Branchen dürfen zur Arbeit gehen. In der Metropolregion Buenos Aires leben etwa 14,8 Millionen Menschen – das entspricht 37 Prozent der argentinischen Gesamtbevölkerung.

Wirtschaftsweisen korrigieren Konjunkturprognose für Deutschland

1.31 Uhr: Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, sieht das Konjunkturpaket skeptisch. Vor allem vom Kinderbonus hält der Volkswirt nichts. Zudem wollen die Wirtschaftsweisen ihre im März aufgestellte Konjunkturprognose für Deutschland angesichts der inzwischen größeren Ausmaße der Corona-Pandemie nach unten korrigieren. Das gesamte Interview lesen Sie hier: Chef der Wirtschaftsweisen: „Der Kinderbonus bringt wenig“

1.02 Uhr: Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden gegen das Coronavirus impfen lassen. 67 Prozent seien „sicher“ oder „wahrscheinlich“ bereit, ein Impfangebot anzunehmen. Das Ergebnis der Studie lesen Sie hier: Deutsche skeptisch bei Impfstoff gegen Coronavirus

1.01 Uhr: Das Fachjournal „The Lancet“ hat eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das neue Coronavirus zurückgezogen. Drei der vier Autoren verwiesen darauf, dass sie Zweifel an der Richtigkeit der von ihnen genutzten Daten nicht ausräumen können, wie das Journal mitteilte. Die Wirksamkeit der bislang gegen Malaria eingesetzten Mittel gegen die Lungenerkrankung Covid-19 wird derzeit in zahlreichen Studien getestet.

Nach Angaben in der nun zurückgezogenen Studie sollten die beiden Wirkstoffe sich wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und sogar womöglich die Todesrate erhöhen und zu Herzrhythmusstörungen führen.

Die Forscher aus den USA und der Schweiz um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School hatten die Studie in „The Lancet“ vom 22. Mai veröffentlicht. Sie hatten nach Studien-Angaben Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet. Wegen der negativen Ergebnisse waren mehrere Studien zu Chloroquin und Hydroxychloroquin ausgesetzt worden. Letzteres steht auch deshalb unter besonderer Beobachtung, weil US-Präsident Donald Trump es wiederholt als Wundermittel gepriesen hatte.

Vor dem Zurückziehen der Studie hatte es an der Publikation erhebliche Zweifel gegeben. „Lancet“ selbst hatte bereits einen offiziellen Warnhinweis („Expression of Concern“) veröffentlicht. Es gebe „ernsthafte wissenschaftliche Fragen“ zu den von den Forschern angegebenen Daten.

0.16 Uhr: In Südafrika ist die Zahl der registrierten Corona-Infektionen sprunghaft gestiegen – um 3267 Neuinfektionen in 24 Stunden. Das waren so viele Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie, teilte das südafrikanische Gesundheitsministerium mit. Die Fälle konzentrierten sich auf die Region Westkap.

Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums seit dem Auftreten der ersten Fälle in Südafrika 40.792 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 verzeichnet. Die Zahl der erfassten Todesfälle erhöhte sich zuletzt binnen 24 Stunden um 56 auf 848.

Donnerstag, 4. Juni: Coronavirus – Hydroxychloroquin schützt nicht vor Ansteckung

23.31 Uhr: Fast 32 Jahre war die Lufthansa ununterbrochen im Dax gelistet, nun steigt sie in den MDax der mittelgroßen Unternehmen ab. Dies passiert mit Wirkung zum 22. Juni, wie die Deutsche Börse am Abend mitteilte.

Die Fluggesellschaft war wegen der Corona-Krise in schwere wirtschaftliche Turbulenzen gekommen. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen war kein normaler Flugbetrieb möglich.

21.58 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in ZDF und ARD ausführlich zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie geäußert. Merkel machte Hoffnungen auf die baldige Zulassung eines Impfstoffes einen Strich durch die Rechnung. „Uns sagen alle Experten, unter einem Jahr bis 18 Monaten ist nichts zu machen.“ Durch zu stark verkürzte Tests und Proben könnten zudem „neue Schäden entstehen.“

Merkel gab auch bekannt, dass die Senkung der Mehrwertsteuer nicht über den 31. Dezember 2020 verlängert werden soll. Bayers Ministerpräsident Söder hatte zuvor bekundet, dass er sich dies vorstellen könne. Die Kanzlerin erwiderte die Einnahmeausfälle bei einer längeren Laufzeit „können wir uns gar nicht leisten.“ Zumal das Auslaufdatum auch in dem zugehörigen Gesetz verankert sei.

21.03 Uhr: Corona-Tests werden in Schweden in Zukunft kostenlos sein. Das kündigte heute Schwedens Finanzminister Per Bolund an. Rund 564 Millionen Euro wird die Regierung für die Maßnahme zur Verfügung stellen. Sowohl Tests auf eine akute Corona-Infektion sowie Bluttests auf eine zurückliegende Erkrankung würden zur Verfügung stehen. Damit soll eine weitere Ausbreitung des Virus in Schweden verhindert werden.

Das Land war im Gegensatz zu seinen skandinavischen Nachbarn einen Sonderweg gegangen. Es gab weder angeordnete Schließungen von Schulen, Kitas oder der Gastronomie. Stattdessen wurden die Menschen in Eigenverantwortung zur Einhaltung der Abstandsregeln aufgefordert. Mittlerweile verzeichnet Schweden eine wesentlich höhere Sterberate als Norwegen, Dänemark oder Finnland.

Europäische Zentralbank steckt weitere 600 Milliarden Euro in Anleihen

15.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich heute in Sondersendungen von ARD und ZDF zum Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die ZDF-Sendung „Was nun, Frau Merkel?“ wird um ca. 17.45 Uhr aufgezeichnet und um 19.20 Uhr ausgestrahlt. Die Aufzeichnung wird live in der ZDF-Mediathek zu sehen sein. Die ARD interviewt Merkel in der Sendung „Farbe bekennen“, die um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.

14.30 Uhr: Das Konjunkturpaket der Koalition aus Union und SPD sieht mehr Geld für Familien und Kommunen, Entlastungen beim Strompreis und eine Senkung der Mehrwertsteuer vor, um die Wirtschaft und den Konsum in der Corona-Krise wieder anzukurbeln. Was bedeutet das für den Einzelne?

Die Regierung wird mit ihrem Kinderbonus vielen Eltern helfen, aber nicht allen. Das Geld wäre an anderer Stelle wichtiger gewesen, meint unser Kommentator Alessandro Peduto: Der Corona-Kinderbonus ist nicht mehr als ein Schmerzensgeld.

13.47 Uhr: Die Europäische Zentralbank steckt in der Corona-Krise weitere 600 Milliarden Euro in Anleihen. Der EZB-Rat beschloss die Ausweitung des Notkaufprogramms für Staats- und Unternehmenspapiere auf 1,35 Billionen Euro am Donnerstag in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte. Das Programm soll nun bis mindestens Ende Juni 2021 laufen.

Forscher: Hydrooxychloroquin eignet sich nicht gegen Corona

11.06 Uhr: US-Präsident Donald Trump hatte es wiederholt als Wundermittel gepriesen und prophylaktisch eingenommen. Doch Hydroxychloroquin schützt laut einer aktuellen Studie Kontaktpersonen von Sars-CoV-2-Infizierten nicht vor einer Ansteckung.

Das Mittel eigne sich somit nicht zur Vermeidung einer Erkrankung, schreiben die Forscher. Sie schränken ein, dass ihre Teilnehmer vornehmlich jung waren und zu keiner Risikogruppe gehörten. Ob das Mittel bei Hochrisikopatienten zur Vorbeugung nutze, müsse weiter untersucht werden. Diese Medikamente werden gegen Covid-19 getestet.

6.02 Uhr: In Mexiko sind inzwischen mehr als 100.000 Corona-Infektionen registriert worden. Das Land ist nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in den USA das 14. der Welt, das diese Marke überschritten hat – das vierte in Lateinamerika.

Weil in Mexiko sehr wenig auf das Coronavirus getestet wird, dürfte die wahre Zahl der Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, deutlich höher liegen.

Corona-Krise – Eimer-Saufen auf Mallorca ist Geschichte

4.31 Uhr: Die Mehrheit der Familien hat die Zeit der kompletten Schulschließungen laut einer Umfrage durchaus positiv erlebt. 82 Prozent der befragten Mütter und Väter gaben an, dass sie mit der Situation in der Familie während des Homeschoolings zufrieden (61 Prozent) oder sogar sehr zufrieden (21 Prozent) waren.

Wie aus der Forsa-Erhebung im Auftrag der DAK-Gesundheit ebenfalls hervorgeht, waren zudem 72 Prozent von ihnen mit ihrer beruflichen Arbeit sehr oder eher zufrieden. Fast die Hälfte der befragten Eltern empfanden in dieser Zeit aber oft oder sehr oft Stress.

Mit Blick aufs Lernen zu Hause sind die Meinungen gespalten: Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen war damit eher unzufrieden (37 Prozent) oder sehr unzufrieden (14 Prozent).

Den eigenen Eltern stellen die Kinder und Jugendlichen für die Zeit des Homeschooling ein gutes Zeugnis aus: 91 Prozent sagten, dass sie mit der Unterstützung durch ihre Eltern während dieser Zeit sehr zufrieden (40 Prozent) oder eher zufrieden (51 Prozent) waren.

Für die Studie, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Donnerstag vorlag, wurden sowohl Eltern als auch Kinder zwischen 10 und 17 Jahren befragt.

2.00 Uhr: Partytouristen müssen auf Mallorca vorerst mit starken Einschränkungen rechnen: Eimer-Saufen ist Geschichte. Die Balearen wollen den Zeitpunkt der Wiedereröffnung von Nachtklubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinauszuzögern, kündigte Regionalpräsidentin Francina Armengol im Interview mit unserer Redaktion an.

1.00 Uhr: Die Grenzen zwischen Österreich und Italien bleiben bis auf Weiteres geschlossen. „Für eine Öffnung der Grenze zu Italien ist es noch zu früh, das geben die Gesundheitsdaten noch nicht her“, sagte die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger unserer Redaktion.

„Wir sehen, dass sich die Situation auch in Italien deutlich verbessert hat und einzelne Regionen – wie beispielsweise das Südtirol – schon gute Covid-19-Zahlen vorweisen können“, so Köstinger. „Unser Ziel ist klar: Eine Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen.“

Die Regierung in Wien habe immer großen Wert auf „möglichst rasche Grenzöffnungen zu seinen Nachbarstaaten“ gelegt, die „im Kampf gegen das Coronavirus ähnlich erfolgreich sind wie Österreich“, erklärte Köstinger. Schutz und Gesundheit der Menschen stünden aber an oberster Stelle.

0.18 Uhr: Senkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen, Zuschüsse für Familien, und höhere Kaufprämien für Elektroautos. Die Spitzen der großen Koalition verständigten sich nach tagelangem zähen Ringen auf ein riesiges Konjunkturpaket für 2020 und 2021 im Umfang von 130 Milliarden Euro.

Mittwoch, 3. Juni: Weltweite Reisewarnung soll aufgehoben werden

Dienstag, 2. Juni: Drosten mahnt in Podcast Einhaltung der Corona-Abstandsregeln an

  • Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hat in der aktuellen Folge des NDR-Podcast „Coronavirus Update“ Hoffnung auf einen halbwegs normalen Sommer gemacht – vorausgesetzt, man hält sich an bestimmte Präventionsmaßnahmen und reagiert auf das Infektionsgeschehen
  • Die Erkenntnisse über Immunität müsse man nutzen, um eine mögliche zweite Welle besser kontrollieren zu können – obwohl Drosten inzwischen zweifelt, ob es dazu überhaupt kommen wird.
  • Die Kultusminister der Länder beraten über das weitere Vorgehen an den Schulennach den Sommerferien, es sind aber keine konkreten Beschlüsse zu erwarten
  • Das Bundeskabinett wird am Mittwoch möglicherweise das Ende der Mitte März verhängten weltweiten Reisewarnung verkünden

Wir starten unseren neuen Coronavirus-News-Ticker. Alle bisherigen Nachrichten wie etwa die Verhandlungen in der großen Koalition über ein Corona-Konjunkturpaket finden Sie in unserem alten News-Ticker

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