Corona-Pandemie

Johnson & Johnson: Wirksamkeit der Impfung reicht nicht aus

| Lesedauer: 3 Minuten
Corona-Schnelltests: Bürger müssen jetzt zahlen

Corona-Schnelltests: Bürger müssen jetzt zahlen

Corona-Schnelltests sind für Bürger in Deutschland jetzt nicht mehr kostenlos. Die Politik will so den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich impfen zu lassen.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Laut Ständiger Impfkommission häufen sich Durchbrüche nach Impfungen mit Johnson & Johnson. Die Experten raten nun zur Nachbesserung.

  • Im Gegensatz zu anderen Impfstoffen ist bei der Corona-Impfung von Johnson & Johnson nur eine Spritze nötig
  • Experten hatten bereits häufiger eine ausreichende Wirksamkeit in Zweifel gezogen
  • Nun kommt auch die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einem ähnlichen Schluss

Nach der einfachen Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sollte laut der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch eine weitere Impfung mit einem mRNA-Vakzin erfolgen. Dies biete laut Stiko einen besseren Schutz gegen Corona. Wie die Experten am Donnerstag bekannt gaben, könne eine weitere Impfung vier Wochen nach Verabreichen von Johnson & Johnson erfolgen.

Denn der Impfschutz den Johnson & Johnson gegen die am Deutschland am häufigsten auftretende Delta-Variante sei geringer, als bei anderen Corona-Impfstoffen wie Biontech und Moderna. Die Stiko spricht letztlich sogar von ungenügendem Impfschutz.

Auch interessant: Stiko empfiehlt dritte Corona-Impfung für diese Personen

Stiko: Impfdurchbrüche bei Johnson & Johnson häufen sich

Untersuchungen hätten ergeben, dass bei Johnson & Johnson in Relation zu der Zahl an verabreichten Impfungen die meisten Impfdurchbrüche zu beobachten seien. Bei einem Impfdurchbruch infiziert sich eine Person trotz erfolgreicher Impfung mit dem Coronavirus.

Bereits im Juli hatte das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hingewiesen, dass die Schutzwirkung von Johnson & Johnson "nur" bei 65 Prozent liege. Heißt: Im Vergleich zu einer ungeimpften Person stecken sich Menschen, die Johnson & Johnson verabreicht bekommen haben mit 65 prozentiger Wahrscheinlichkeit seltener an. Die Schutzwirkung von Biontech, Moderna oder Astrazeneca liegt hingegen zwischen 80 und 95 Prozent.

Die US-amerikanische Virologin Dr. Angela Rasmussen hatte daher auch bereits im Juli empfohlen, mit einer zweiten Dosis mRNA-Impfstoff nachzubessern.

Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe durch Impfung dennoch gegeben

Auch wenn das Vakzin von Johnson & Johnson eine Infizierung nicht in ausreichend gewünschtem Maße verhindere, so schütze es aber sehr wohl vor einem schweren Krankheitsverlauf, hatte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, bereits vor einiger Zeit betont. Johnson & Johnson selbst gibt den Schutz vor einer schweren Erkrankungen mit 85 Prozent an.

Lesen Sie auch: Mehr Corona-Impfungen als gedacht - RKI legt neue Zahlen vor

Die Empfehlung der Stiko ist noch nicht endgültig. Der zugehörige Beschlussentwurf befinde sich noch in der Abstimmung mit den Bundesländern und Fachkreisen. Die Empfehlung könne sich daher noch ändern.

Beim Impfstoff von Johnson & Johnson galt bislang eine Dosis als ausreichend für den vollen Impfschutz, während bei den anderen zugelassenen Impfstoffen zunächst zwei Spritzen verabreicht werden.

Nach aktuellen Daten des RKI vom Donnerstag sind bislang mehr als 3,2 Millionen Menschen hierzulande mit Johnson & Johnson geimpft. Weil er nur einmal verabreicht werden muss, bietet das Vakzin einen praktischen Vorteil. Er wurde vor allem bei Menschen eingesetzt, die eine zweite Impfung vor größere logistische Probleme stellt. (dpa/jas)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben