Attacke

Schüsse auf Auto von Deniz Naki – Ermittlungen eingestellt

Deniz Naki im Jahr 2016: Im Frühjahr 2017 verurteilte ihn ein türkisches Gericht wegen „Terrorpropaganda“ zu einer Bewährungsstrafe.

Deniz Naki im Jahr 2016: Im Frühjahr 2017 verurteilte ihn ein türkisches Gericht wegen „Terrorpropaganda“ zu einer Bewährungsstrafe.

Foto: epa/str/dpa

Düren/Aachen.   Der Fall der Schüsse auf das Auto des deutsch-türkischen Fußballers Deniz Naki bleibt wohl ungeklärt. Die Ermittlungen wurden jetzt eingestellt.

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Nach Schüssen auf das Auto des deutsch-türkischen Fußballers Deniz Naki im Januar 2018 hat die Aachener Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Ein Täter sei nicht ermittelt worden, sagte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts am Montag.

Die Waffe habe über die sichergestellten Projektile nicht identifiziert werden können. „Es gab keine Hinweise für eine politisch motivierte Tat. Das Motiv der Tat ist nach Abschluss der Ermittlungen weiterhin unbekannt. Es ist nicht aufzuklären derzeit“, sagte Schlenkermann-Pitts. „Spiegel Online“ hatte zuerst über die Einstellung der Ermittlungen berichtet.

Auto von mehreren Schüssen getroffen

In der Nacht zum 8. Januar 2018 war der kurdischstämmige Fußballer auf der Autobahn 4 bei Düren in Fahrtrichtung Köln beschossen worden. Das Auto wurde an zwei Stellen getroffen.

Naki, früher deutscher U 21-Nationalspieler, Profi beim FC St. Pauli und beim SC Paderborn, hatte sich als Opfer einer politisch motivierten Tat gesehen und von Todesangst berichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchter Tötung gegen Unbekannt ermittelt.

Schön länger im Visier der türkischen Behörden

Der Fußballer sah sich wegen pro-kurdischer Äußerungen seit längerem als Zielscheibe: Der gebürtige Dürener war im Frühjahr 2017 von einem türkischen Gericht wegen „Terrorpropaganda“ für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu einer Bewährungsstrafe von rund 18 Monaten verurteilt worden. Der türkische Fußball-Verband TFF sperrte ihn Ende Januar wegen „Diskriminierung und ideologischer Propaganda“ lebenslang. Nach den Schüssen auf sein Auto hatte Naki kurz vorher bereits erklärt, wegen Sicherheitsbedenken seinen Vertrag auflösen zu wollen. (dpa)

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