Trickbetrug

Falscher Anwalt aus Dallas verspricht Senior Millionenerbe

Kurt Stiller hat sich von der angeblichen Erbschaft nicht locken lassen und stattdessen die Polizei eingeschaltet. Foto:Getty Images

Kurt Stiller hat sich von der angeblichen Erbschaft nicht locken lassen und stattdessen die Polizei eingeschaltet. Foto:Getty Images

Gladbeck.  Ein „Rechtsanwalt“ aus Dallas hat einem Senior aus Gladbeck mehrere Millionen Euro angekündigt. Der 83-Jährige handelt dann schnell.

Die „tolle“ Nachricht kam per Fax: Eine Millionen-Erbschaft wurde Kurt Stiller angekündigt. Der Absender stellte sich als Tony Barton, Rechtsanwalt aus Dallas, vor. Sein Mandant, der Geschäftsmann Dieter Stiller, sei 2013 gestorben und habe 9,5 Millionen Euro hinterlassen. Das Geld liege auf einer Bank in der Türkei, in deren Auftrag er auf der Suche nach einem Erbberechtigten sei.

Informationen über Verwandte seines Mandaten habe er nicht bekommen. „Aus diesem Grund schrieb ich Sie an, da Sie den gleichen Nachnamen haben“, heißt es in dem Schreiben. „Ich benötige Ihre Zustimmung und Ihre Kooperation, um Sie als den Begünstigten vorzustellen.“

Falscher Rechtsanwalt schlägt vor, Millionenerbe zu teilen

Der „Rechtsanwalt“ schlägt vor, das Vermögen aufzuteilen: je 40 Prozent für sie beide, 20 Prozent für eine gemeinnützige Organisation. Er versichert, dass die beantragten Dokumente, die für das Verfahren notwendig sind, legal und beglaubigt seien, das Vermögen keinen kriminellen Ursprung habe und das Verfahren einwandfrei ohne Komplikationen erfolgen werde.

Und er betont: „Alles, was ich von Ihnen benötige, ist Ihr Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit.“ Zur Kontaktaufnahme gibt er eine Telefon- und eine Faxnummer sowie eine E-Mail-Adresse an.

Senior schaltet die Polizei ein

Kurt Stiller hat den „Rechtsanwalt aus Texas“ weder angerufen, noch hat er ihm geschrieben. Der 83-Jährige hat stattdessen die Polizei eingeschaltet und sich an die WAZ-Redaktion gewandt, „um andere vor solch üblen Tricks zu warnen“. Er ist sicher, dass bei einer Kontaktaufnahme die Aufforderung gekommen wäre, Bearbeitungsgebühren zu bezahlen oder seine Kontonummer für die „Überweisung“ preiszugeben.

„Diese Reaktion war genau richtig“, lobt Ramona Hörst, Sprecherin der Polizei Stillers Verhalten. Neben etlichen anderen Tricks, vor allem ältere Menschen um Geld zu prellen, sei auch die Masche mit der Erbschaft polizeibekannt: „Mit solchen Mails, Faxnachrichten oder Anrufen versuchen die Täter, das Vertrauen der Empfänger zu gewinnen. Wer darauf hereinfällt, bekommt anschließend in der Tat die Aufforderung, Geld für die endgültige Abwicklung der Erbschaftsangelegenheit zu überweisen. Das Geld ist dann natürlich weg.“

Das Faxgerät zur Sicherheit ausgeschaltet

Kurt Stiller ist auf den üblen Trick nicht hereingefallen – und versucht auf seine Weise, sich vor ähnlichen Betrugsversuchen zu schützen: „Ich habe mein Faxgerät abgeschaltet.“

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