Gericht

Drei Syrer sollen 21-jährigen Landsmann ausgeraubt haben

Ein Saal im Bochumer Landgericht

Ein Saal im Bochumer Landgericht

Foto: Stefan Arend

Herne.   Brutaler Überfall in der eigenen Wohnung: Ein 21-Syrer soll von Landsleuten überfallen worden sein. Am Dienstag war Prozessauftakt in Bochum.

Die Täter kamen am frühen Morgen, das Opfer hat noch geschlafen. Vor dem Bochumer Landgericht hat am Dienstag ein Prozess um eine echte Alptraum-Tat begonnen.

Angeklagt sind drei junge Syrer, die in Herne vor einem Jahr einen 21-jährigen Landsmann überfallen und ausgeraubt haben sollen. Die Tat war so brutal, dass das Opfer sofort im Marienhospital operiert werden musste. Der Kiefer war gebrochen, das Jochbein und die Nase.

Hände und Füße mit Gürtel gefesselt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die 18, 19 und 20 Jahre alten Angeklagten am 25. August 2017 zwischen fünf und sechs Uhr in die Wohnung des 21-Jährigen an der Hiberniastraße eingedrungen sind. Dem Opfer wurden mit einem Gürtel und dem Kabel des Staubsaugers Hände und Füße gefesselt, dann wurde zugetreten - vor allem ins Gesicht.

Einer der Angeklagten soll dem 21-Jährigen zusätzlich auch noch eine Hand in den Mund gesteckt haben. Bis zur absoluten Atemnot. Am Schluss wurde auch noch gedroht: „Wenn du die Polizei rufst, bringen wir dich um.“ Dabei soll dem Herner eine Pistole an den Kopf und die Klinge eines Messers an die Kehle gehalten worden sein. Die Beute belief sich laut Anklage auf 1400 Euro, zwei Handys, EC-Karte und Papiere.

Opfer hatte Todesangst seit dem Überfall

Der 21-Jährige hat seine Wohnung seit dem Überfall nicht mehr betreten. „Er hatte Todesangst“, sagte sein Anwalt Rainer Köper am Rande des Prozesses.

Die Angeklagten sollen ihr Opfer bereits zwei Wochen vor dem Überfall auf der Cranger Kirmes geschlagen und bedroht haben. Laut Anklage forderten sie 300 Euro für angeblich offene Schulden. Der Versuch, dem 21-Jährigen schon damals Geld und Handy wegzunehmen, war jedoch fehlgeschlagen, weil ein Bekannter dazwischengegangen war.

Außerdem geht es im Prozess um zwei weitere Taten auf der Bahnhofstraße und in Gelsenkirchen. In beiden Fällen sollen die Angeklagten ihr Opfer mit dem Tode bedroht haben – einmal mit einer Geste, einmal mit dem Worten, dass sie „Leute von der türkischen Mafia“ vorbeischicken würden.

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