Mode

Angesagtes Mode-Duo mischt Paris auf

Foto: REUTERS

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Paris. Die Liebe zu großen Auftritten und zum Gesamtkunstwerk prägen die Shows des niederländischen Stardesignduo Viktor und Rolf.

Weit ab vom Gewöhnlichen begeistern die beiden die Fachwelt mit ihren Kreationen, wie auch jetzt mit der Kollektion für den Herbst/Winter 2008. Aggressiver Sound trägt die Kraft dieser Fashionshow in die Köpfe des Modezirkus. Mit jedem harten Beat wird die Aussage der beiden Designer in die Köpfe des niemals modesatten Publikums gehämmert. "NO" als Schriftzug überall, raumfüllend. Im Makeup der Models, auf Mänteln und T-Shirts. Der architektonisch minimalistische Ort des Geschehens "Le carreau du temple" unterstützt die Aussage dieser Show. Durch die Höhe der alten Markthalle kann das "NO" seine Kräfte entfalten, seine Macht beweisen und spielen lassen. Einzige Dekoration, das übergroße Siegel der beiden Amsterdamer, das an der Kopfseite des Laufstegs prangt.

Während grelles, kaltes Licht den Laufsteg erhellt, die Kameras der Fotografen, einem Insektenschwarm ähnlich, gefährlich zu sirren beginnen, erhöht sich der Pulsschlag automatisch. Diese Show ist mehr als nur Mode, sie ist Kraft, Mut, Angst und Aggressivität in einem. Eine Kampfansage an die neuen bunten "Neon- und Bling Bling Kollektionen" des ewigen, sich wiederholenden Modezyklus, der im Moment wieder einmal in den 90er, 80er und 70er Jahren steckt.

Drei Farben, auf die sich Viktor & Rolf festlegen. Ein helles Grau wie in den Straßen englischer Arbeiterstädte, wenn dort doch einmal die Sonne scheint. Zum Zweiten ein intensives, helles Rot. Der dritte Teil dieses Farbpaktes ist ein dunkles Rot Richtung Aubergine.

Diese Kollektion ist, auch wenn zwischendurch bei den Details Verspieltheit in Form von Organza und goldenen Metallspangen auftaucht, nichts für liebe Mädchen. Sie ist für Frauen konzipiert worden, die - und das betonen die beiden Designer - "bei sich selbst sind, die wissen was sie wollen".

"NO" zu sagen bedeutet für die beiden Holländer Sexy-Sein in Reinform. Aber auch bei diesem hohen Maß von Betonung weiblicher Souveränität finden sich immer wieder Details, die auf die Zartheit, unter der harten Schale der Aggressivität und des Martialischen hinweisen.

Wenn die rote Seide, in Form eines fließenden Kleides die Beine der Models umspielt, betont diese intensive Farbe noch ihre Schönheit und Weiblichkeit .

Mäntel spielen im Herbst und Winter 2008 eine der Hauptrollen. Flanell, der vor der Kälte bewahrt, soll nach dem Konzept der holländischen Designer gleichzeitig ein Schutzschild sein.

Neben dem "NO" taucht nun hier zum ersten Mal die zweite Aussage dieser Kollektion auf. "Dream on". Ein Satz, der nach diesem harten und überzeugenden "NO" einer gewissen Ironie nicht entbehrt, vereinen diese beiden Statements während der zehnminütigen Show die Unentschlossenheit und Zwiespältigkeit des Modebuisnesses perfekt. "NO" und "Dream on" sind so die siamesischen Zwillinge, ohne die diese Show von Viktor und Rolf nicht funktionieren würde.

Am Ende kann man dieser Kollektion, auch wenn die Hauptaussage ein wütendes "NO" ist, letztendlich nur ein "YES" entgegen- schleudern.

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