Anklage

26-jähriger Norweger soll Hunderte Jungen missbraucht haben

Ein besonders drastischer Fall von Missbrauch wird aus Norwegen gemeldet. (Symbolfoto)

Ein besonders drastischer Fall von Missbrauch wird aus Norwegen gemeldet. (Symbolfoto)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Oslo  Im Internet und über Snapchat fand er die Opfer. Jahrelang soll ein Norweger Jungen sexuell genötigt haben, bis hin zur Vergewaltigung.

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Die norwegischen Ermittler sprechen vom größten Missbrauchsfall in der Geschichte des Landes. Ein heute 26 Jahre alter Mann soll demnach über Jahre hinweg Jungen sexuell genötigt haben – den Ermittlungen zufolge sind Jugendliche aus drei Ländern betroffen.

Der Norweger ist inzwischen angeklagt, insgesamt mehr als 300 Jungen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Oslo am Dienstagabend mit.

Die meisten Übergriffe sind ihren Ermittlungen zufolge über das Internet passiert. Dort soll der Angeklagte die Jungen zu Handlungen an sich selbst genötigt haben. Einige der Jugendlichen seien aber auch vergewaltigt worden.

Jungen filmten sich beim Onanieren

Den Missbrauch von 160 weiteren Jungen werde man aus prozessökonomischen Gründen nicht strafrechtlich weiterverfolgen, hieß es in einer Pressemitteilung, die dem Norwegischen Rundfunk vorlag.

Die Polizei im Bezirk Øst spricht inzwischen von Norwegens größtem Fall dieser Art. Der Mann habe sich in Chatforen im Internet und auf der Messenger-App Snapchat als Mädchen ausgegeben und sexuelle Gespräche eingeleitet.

Er habe Jungen zwischen 13 und 16 Jahren dazu gebracht, sich beim Onanieren zu filmen und ihm diese Videos zu senden.

Polizei fand 16.463 Filme aus seinem PC

Später, so die Anklage weiter, drohte der Mann ihnen, diese Filme im Internet zu veröffentlichen, wenn sie nicht weitere Aufnahmen schickten. Die Polizei fand der Zeitung „Verdens Gang“ zufolge 16.463 unterschiedliche Filme auf seinem Computer.

Betroffen sind Jugendliche in Norwegen, Schweden und Dänemark. Der 26-Jährige befindet sich seit 2016 in Haft. Anfang des nächsten Jahres soll er vor Gericht kommen, hieß es weiter. (W.B./dpa)

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